Sa, 18. August 2018

Panzer und Kampfjets

30.07.2017 09:56

China: Pompöse Parade zum 90. Armeegeburtstag

Den 90. Geburtstag seiner Volksbefreiungsarmee hat China am Sonntag mit einer großen Militärparade gefeiert. Unter den Augen von Präsident Xi Jinping fand die Waffenschau auf der Zhurihe-Trainingsbasis 400 Kilometer nordwestlich von Peking statt. Der Staatssender CCTV zeigte Livebilder Xis in Kampfuniform und berichtete von 12.000 Soldaten, 500 gepanzerten Fahrzeugen und zahlreichen Militärjets, die sich an der gewaltigen Parade, die im Vorfeld geheim gehalten worden war, beteiligten.

Xi Jinping hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, die Modernisierung der Armee vorantreiben zu wollen. Das Geld fließt dabei vor allem in neues Gerät: Peking arbeitet unter anderem an der Entwicklung neuer U-Boote und Tarnkappenbomber.

Experten sehen in der Aufrüstung auch eine Machtdemonstration gegenüber den USA und Nachbarstaaten, mit denen China im Ost- und Südchinesischen Meer um Inseln und Territorien streitet. Wegen neu entfachter Grenzstreitigkeiten ist auch das Verhältnis zwischen China und Indien seit Wochen angespannt.

Xi fodert Loyalität und Härte
Die chinesische Armee müsse "unerschütterlich" zur Kommunistischen Partei und deren "absoluter Führung" stehen, sagte Xi am Sonntag bei der riesigen Militärparade. "Die Welt ist nicht vollständig in Frieden - und der Frieden muss bewahrt werden", so der Staatschef.

Mehr denn je müsse China eine "Weltklasse-Armee" aufbauen. Diese müsse imstande sein, "jeden feindlichen Angreifer" zu besiegen. "Kameraden, Ihr habt hart gearbeitet!", rief Xi mehrmals an die Soldaten gerichtet. Diese antworteten im Chor: "Wir dienen dem Volk!" Ausländische Medien waren nicht zu der Parade eingeladen, die vom nationalen Fernsehen übertragen wurde.

China rüstet weiter auf
Die Marine des Landes ist bisher der sichtbarste Beweis, wie die Modernisierung voranschreitet. Erst im April hatte Chinas zweiter Flugzeugträger "Typ 001A" erstmals das Dock verlassen. Moderne chinesische Kriegsschiffe wirken bei Patrouillen gegen Piraten vor der Küste Afrikas mit. Auch Chinas erste Militärbasis im Ausland im ostafrikanische Dschibuti soll bald die Arbeit aufnehmen.

"Die Volksbefreiungsarmee entwickelt die Fähigkeit zu Einsätzen weit jenseits der chinesischen Grenzen und Nachbarregionen", stellte das China-Institut Merics in Berlin kürzlich in einer Studie fest. Die chinesische Führung verabschiede sich damit von Jahrzehnten der Zurückhaltung, die in der Politik der Nichteinmischung ihren Ausdruck fand. Peking beanspruche jetzt für sich, "die globale Sicherheitsordnung des 21. Jahrhunderts maßgeblich mitzugestalten". Bis 2022 werde China demnach als wesentlich präsenter und kraftvoller globaler Spieler etabliert sein.

 krone.at
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