Fr, 22. März 2019
25.07.2017 08:44

Bußgeld

EU-Kartellstrafe lässt Google-Gewinn einbrechen

Eine milliardenschwere Strafe der EU-Kommission hat der Google-Mutter Alphabet einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im zweiten Quartal fiel der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 28 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, wie der Internetkonzern am Montag mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Auch beim Umsatz wurden die Erwartungen mit einem Anstieg um 21 Prozent auf 26 Milliarden Dollar übertroffen. Dennoch reagierten Anleger enttäuscht. Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um rund drei Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf hatte der Kurs allerdings auch schon um mehr als 26 Prozent zugelegt.

Die EU-Kommission hatte Google im Juni wegen angeblich regelwidriger Ausnutzung seiner Marktmacht bei Produktanzeigen in Suchergebnissen mit einer Wettbewerbsstrafe von 2,4 Milliarden Euro belegt. Obwohl das US-Unternehmen sich vorbehalten hatte, gegen das Bußgeld Berufung einzulegen, wurde die Milliardenlast nun bereits vorsorglich in der Quartalsbilanz berücksichtigt.

Erlöse pro Klick erneut gesunken
Ohne die Rekord-Kartellstrafe der EU hätte Alphabet im vergangenen Quartal unter dem Strich 6,3 Milliarden Dollar verdient. Allerdings gab es auch unabhängig von diesem Sonderfaktor ein paar Details, die an der Börse nicht gut ankamen. So verzeichnete das Werbegeschäft von Google, Alphabets Haupteinnahmequelle, weiterhin starkes Wachstum, allerdings bringen die Anzeigen auf Computer- und - zuletzt immer häufiger - Smartphone-Bildschirmen nicht mehr so viel Geld ein.

Die bezahlten Klicks auf Werbeanzeigen stiegen zwar um 52 Prozent, die Erlöse pro Klick sanken jedoch um 23 Prozent. Bereits im Vorquartal hatte es hier einen Rückgang um 19 Prozent gegeben. Außerdem fiel der am Markt besonders kritisch verfolgte bereinigte Umsatz, bei dem Abgaben an Partner-Websites abgezogen werden, mit 20,9 Milliarden Dollar deutlich bescheidener aus als die absoluten Erlöse. Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat zeigte sich dennoch zufrieden und hob das starke Wachstum bei mobiler Werbung hervor.

Zuwächse bei Waymo und Nest
In den anderen Alphabet-Bereichen, zu denen etwa der Hausvernetzer Nest und die Roboterwagen-Firma Waymo gehören, kletterten die Umsätze im Jahresvergleich von 185 auf 248 Millionen Dollar. Zugleich konnte der operative Verlust hier von 855 auf 722 Millionen Dollar verringert werden. Experten hatten in der "andere Wetten" genannten Sparte, die teilweise sehr kostspielige Zukunftsinitiativen bündelt, mit einem deutlich höheren Minus gerechnet.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mehr als 20 Duelle
EU-Wahlkampf bringt TV-Mammutprogramm
Österreich
Spieler beleidigt
Rassismus-Skandal bei DFB-Match: Fans stellen sich
Fußball International
Champions League
Waffen & Drogen im Fan-Bus: Eklat vor Damen-Spiel
Fußball International
Feuer am Bahnhof
Lkw gerät in Oberleitung: Schwarze Rauchsäule
Niederösterreich

Newsletter