Mi, 18. Juli 2018

Aufregung in Spanien

13.07.2017 06:04

Hochschwangere wollte bei Stierhatz mitlaufen

Es gibt wohl wenige Plätze auf dieser Welt, an denen eine im achten Monat schwangere Frau schlechter aufgehoben wäre: Spanische Polizisten staunten nicht schlecht, als sie eine werdende Mutter im Startbereich für die traditionelle Stierhatz durch die Straßen von Pamplona vorfanden. Bei diesem Höhepunkt des "Sanfermines"-Festes werden jährlich Dutzende Teilnehmer schwer verletzt oder sogar getötet.

Wie die spanische Zeitung "El Pais" am Dienstag berichtete, ereignete sich der Vorfall bereits beim ersten Lauf am vergangenen Freitag - bei dem schließlich auch zwei Männer von Stieren aufgespießt und schwer verletzt wurden. Bei Routinekontrollen im Startbereich, wo normalerweise gezielt nach Alkoholisierten oder gesundheitlich beeinträchtigten Menschen Ausschau gehalten wird, fiel den spanischen Polizisten die Person in offensichtlich anderen Umständen auf.

"War sich der Gefahr nicht bewusst"
Bei genauerer Befragung wurde ihnen klar, dass die Frau bereits im achten Monat schwanger war. "Sie erklärte, dass sie Ausländerin sei und einfach am Fest teilnehmen wolle. Ihr war offensichtlich nicht klar, in welche Gefahr sie sich und ihr zukünftiges Kind damit gebracht hatte. Nach freundlichen Hinweisen von den Beamten verließ die Frau dann den Startbereich", so ein spanischer Polizist gegenüber der Zeitung. Laut den Behörden handelt es sich um den ersten bekannten Vorfall dieser Art bei dem seit 1591 stattfindenden Fest. Zwar gebe es kein ausdrückliches Verbot für die Teilnahme von Schwangeren an dem Rennen - sehr verantwortungsvoll sei eine solche aber klarerweise nicht.

Das Fest dauert noch bis zum kommenden Freitag. Allein heuer mussten bereits mehrere Verletzte von den Einsatzkräften versorgt werden. Das letzte Todesopfer bei der Stierhatz gab es im Jahr 2009 zu beklagen. Tierschutzgruppen protestieren alljährlich gegen die Veranstaltung.

Michael Pils
Michael Pils

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