Mi, 20. Juni 2018

USA weiter skeptisch

11.07.2017 16:31

Syrische Aktivisten: IS-Chef Baghdadi ist tot

Der selbst ernannte Kalif des Islamischen Staates, Abu Bakr al-Baghdadi, ist erneut für tot erklärt worden. Diesmal stammt die Information von der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Aktivisten beziehen sich auf hochrangige IS-Mitglieder in der syrischen Provinz Deir ez-Zor, die den Tod ihres Anführers bestätigt haben sollen. Das russische Militär hatte Mitte Juni erklärt, der IS-Chef sei möglicherweise bei einem Luftangriff am 28. Mai auf die syrische Stadt Rakka ums Leben gekommen.

Ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Tampa konnte die Meldung nicht bestätigen. "Wir haben keine operativen Berichte, die das bestätigen", erklärte er. Er verwies zudem darauf, dass ein Foto, auf das sich die Meldungen stützten, fünf Jahre alt sei. Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle mit Sitz in London lassen sich nicht überprüfen.

Skeptisch zeigte sich auch die "New York Times"-Korrespondentin und IS-Expertin, Rukmimi Callimachi. Auf ihrem Twitter-Account argumentiert sie am Dienstag, dass es bisher kein IS-Statement zum Tod Baghdadis gegeben habe. Auch würde ein IS-Sender die Information als "Fake News" zurückweisen.

Russischer Politiker: "Wahrscheinlichkeit sehr hoch"
Vor wenigen Wochen hatte die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA vermeldet, dass Baghdadi tot sei. Ein russischer Parlamentsabgeordneter erklärte damals zu der gleichlautenden Verlautbarung des russischen Militärs: "Wenn der Verteidigungsminister dem Präsidenten vom Tod des Chefs des Islamischen Staates berichtet, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch." Diese Information sei fast zu 100 Prozent sicher, sagte er der Agentur Interfax. Auch der Ex-Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Kowaljow, meinte, er glaube an die Seriosität der Quellen des Militärs.

Letztes Lebenszeichen Baghdadis nach Beginn der Mossul-Offensive
Baghdadi hatte 2014 im irakischen Mossul ein Kalifat ausgerufen. Sein letztes Lebenszeichen stammt vom vergangenen November, kurz nach Beginn der Offensive der irakischen Regierungstruppen und ihrer Verbündeten auf Mossul: In einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft rief er damals seine Anhänger zum Durchhalten auf. Er selbst soll Mossul Anfang des Jahres verlassen haben. Am Montag erklärte der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi die Vertreibung des IS aus der Stadt. Hauptstützpunkt der Miliz ist nunmehr das syrische Rakka.

Die Provinz Deir ez-Zor im Osten Syriens befindet sich derzeit noch größtenteils unter Kontrolle des IS. Baghdadi hatte sich laut den Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle in den vergangenen Monaten in östlichen Bezirken der Provinz aufgehalten. Es sei aber unklar, ob der 46-Jährige dort oder an einem anderen Ort getötet worden sei.

 krone.at
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