Fr, 17. August 2018

Wegen seines Berufes

05.07.2017 16:33

Priester darf nicht nach China

Aus der Traum, die Volksrepublik China zu erleben! Der große Wunsch von Stadtpfarrer Johannes Pichler hatte sich zu seinem Sechziger, den er Anfang April feierte, beinahe erfüllt. Freunde, Pfarrgemeinde und Familie hatten ihm die Reise gebucht. Doch der Herr Pfarrer hat sie nicht antreten können. "Das Land des Lächelns" verweigerte ihm das Visum. Als Begründung wurde angegeben, dass Geistliche nicht einreisen dürften.

"Das ist eigentlich völlig unverständlich und absurd", sagt Johannes Pichler, Stadtpfarrer der Klagenfurter Pfarre St. Theresia. Die Leidenschaft des Reisens begleitet ihn seit Jahrzehnten. "Die Rundreise nach China war immer mein Traum, ich wollte auch Tibet sehen", so der Pfarrer. Der Traum erfüllte sich beinahe, als er diese Rundreise zu seinem Geburtstag geschenkt bekam. Bereits vor drei Monaten versuchte Pichler dann ein Visum bei der Chinesischen Botschaft zu erhalten. "Die Visa-Agentur hat mir dann aber mitgeteilt, dass mein Ansuchen mit der Begründung, dass ich beruflich ein Geistlicher bin, abgelehnt worden ist." Doch der Stadtpfarrer hat nicht so schnell aufgegeben und weitere Versuche gestartet.

"Ich habe der Botschaft schriftlich mitgeteilt, dass ich ausschließlich als Tourist einreisen möchte und in keiner Weise missionarisch tätig sein werde." Die Verhandlungen zogen sich über sechs Wochen hin: "Drei Anträge sind abgelehnt worden." Auch der diplomatische Vertreter des Vatikans aus Rom konnte nicht helfen: "Es hieß, dass der Vatikan keine diplomatischen Verbindungen mit der Volksrepublik China pflegt." Ebenso blieben Briefe an den chinesischen Botschafter Li Xiaosi, der im Februar in Mallnitz gewesen war und dort von guten touristischen und wirtschaftlichen Verbindungen gesprochen hat, unbeantwortet.

Schließlich musste der Stadtpfarrer, für sein Geburtstagsgeschenk dann 850 € Stornogebühr bezahlen. Pichler: "Das Geld ist mir egal, aber ich finde es empörend, dass einem Pfarrer die Einreise verweigert wird."

Gerlinde Schager, Kärntner Krone

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