24.11.2006 19:53 |

Terrorist in Haft

Anschlag auf Nordirland- Parlament verhindert

Die Polizei in Nordirland Anschläge mit acht kleineren Sprengkörpern auf das Parlament in Belfast verhindert. Die Vorrichtungen seien am Freitag entdeckt worden, nachdem ein verurteilter protestantischer Terrorist versucht hatte, in den Sitzungssaal des Parlaments Stormont vorzudringen. Der Mann löste damit ein Chaos aus. Das Stormont wurde unter Polizeischutz evakuiert.

Nordirlands Polizeichef Sir Hugh Orde erklärte vor Journalisten, die später entschärften Sprengsätze seien zwar nur leicht und amateurhaft, aber durchaus geeignet gewesen, Menschen zu verletzen. Der mutmaßliche Attentäter sei festgenommen worden. Bei ihm seien eine Pistole und ein Messer gefunden worden. Seine Aktion sei ein "trauriger Publicity-Akt eines sehr traurigen Menschen" gewesen.

Die Bilder der spektakulären Festnahme findest du in unserer Linkbox!

Der Angriff erfolgte, während im Stormont gerade Gespräche über eine dauerhafte friedliche Überwindung des Nordirlandkonfliktes stattfanden. Premierminister Tony Blair verurteilte die Aktion in einer Erklärung in London als Versuch, den nordirischen Friedensprozess zu stören. Er rief die Vertreter der republikanisch- katholischen und der pro-britischen protestantischen Parteien auf, ihre Verhandlungen über eine gemeinsame Regionalregierung für ein künftig weitgehend autonomes Nordirland rasch wieder aufzunehmen.

Terror kontra Terror: Protestanten gegen IRA
Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelte sich um Michael Stone, ein berüchtigtes Mitglied einer protestantischen Untergrundorganisation. Er hat unter anderem eine Gefängnisstrafe wegen Tötung dreier Mitglieder der katholischen Terrororganisation IRA bei einem Begräbnis im Jahr 1988 abgesessen.

Stone war es gelungen, mit einem Paket in der Hand mehrere Sicherheitsabsperrungen des Stormont zu überwinden. Er drohte damit, eine Bombe in dem Paket zu zünden. Durch seine Störaktion kam es nicht zu der geplanten Benennung von Mitgliedern einer künftigen Regionalregierung für Nordirland. Sprecher der katholischen Sinn- Fein-Partei und der radikalen Protestanten-Partei DUP erklärten jedoch später, der Prozess der Regierungsbildung werde fortgesetzt.