Ursachensuche

Rätsel nach tödlichem Unfall

Oberösterreich
07.06.2017 06:06

Der furchtbare Unfalltod von Jasmin H. (36) aus Wilhering hinterlässt bei Angehörigen und Freunden eine nicht zu schließende Lücke. Besonders tragisch, dass Sohn Moritz (8) - wie berichtet - bei dem Unglück am Beifahrersitz saß. Die Rechtfertigung des Unfalllenkers (48), ihm sei der Fuß eingeschlafen, gibt Rätsel auf.

"Wir sind alle erschüttert", sagt Mario Mühlböck, Bürgermeister in Wilhering. Die junge Mutter sei erst vor rund einem halben Jahr in seine Gemeinde gezogen, die Tragik des Unglücks lasse allerdings niemanden kalt. "Wir werden Kontakt zu den Angehörigen aufnehmen und auch schauen, wer sich künftig um den Buben kümmert", so Mühlböck.
Moritz’ Eltern lebten offenbar getrennt. Sein Vater steht dem Achtjährigen seit Sonntag am Krankenbett in der Kepler Uniklinik Linz bei. "Beide erhalten von uns auch psychologische Betreuung", sagt Klinikumsprecher Clemens Kukacka. Moritz H. befinde sich nicht in Lebensgefahr. "Er wird wieder gesund", erklärt Kukacka.

Kein vergleichbarer Fall
Die Ermittlungen zum Unfallgeschehen sind noch nicht abgeschlossen. Der 48-jährige Lenker hatte behauptet, ihm sei während der Fahrt plötzlich der Fuß eingeschlafen, als Folge davon habe er das Lenkrad verrissen und sei auf die Gegenfahrbahn geraten. Erfahrene Verkehrspolizisten wissen von keinem ähnlichen Fall zu berichten. Auch beim ÖAMTC kennt man nichts Vergleichbares. "So etwas ist mir aus der Vergangenheit nicht bekannt", sagt Juristin Corinna Hotz. Sie verweist darauf, dass Lenker bei auftretenden gesundheitlichen Problemen unbedingt eine Fahrpause einlegen sollten.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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