Lass es krachen

Crash Boom Bang

Spiele
17.11.2006 08:55
Crash Bandicoot, bekannt aus verschiedenen Jump&Run-Games, treibt neuerdings auf dem Nintendo DS sein Unwesen, was vor allem viel Action bedeutet. Schließlich muss sich Crash in diversen Disziplinen gegen seine Konkurrenten durchsetzen - vom Luftballon aufpusten über Ponys antreiben bis zum gleichmäßigen Paddeln ist für reichlich Abwechslung gesorgt.

Im Einzelspieler-Storymodus wird Crash von drei CPU-Mitspielern begleitet, gegen die er bei insgesamt vierzig Minispielen antritt.

Wen Crash nicht völlig überzeugt, der darf aus verschiedenen Charakteren seine persönliche Lieblingsfigur auswählen und mit dieser ins Rennen ziehen. Niedlich animierte, bunte Wesen warten da auf den Spieler, flugs einer ausgewählt und schon startet die Reise ins Abenteuer.

Shake your Würfel
Comicartige Einführungssequenzen kennzeichnen den Beginn eines neuen Abschnitts, die Story plätschert dahin und hinterlässt dabei keinen bleibenden Eindruck. Fest steht: Auf 3D-Spielbrettern jagen die Protagonisten verschiedenen Zielen hinterher. Einmal müssen Teile eines Schriftstücks, die auf verschiedenen Feldern lagern, gefunden werden. Dann wieder harren Schlüssel der Entdeckung. Etwas nehmen kann nur, wer auf dem entsprechenden Feld landet.

Dazu wird, ganz Brettspiel, mit dem Stylus der Würfel in Schwung gebracht und wieder angehalten. Soll bei einem Spielbrett nur so schnell wie möglich das Ziel erreicht werden, zieht der Spieler naturgemäß in eine Richtung. Doch meist müssen besagte Gegenstände gefunden werden, und die sind auf Brettern mit vielen Abzweigungen zu entdecken. Sind alle Teile - von wem auch immer - in Besitz genommen worden, ist das Brett beendet.

Inventar + Item = Irrsinn
Hilfreich beim Herumlaufen auf den Spielbrettern sind verschiedene Gegenstände, die im Inventar der Figur zu finden sind. So etwa eine Lupe, die den Standort wichtiger Items anzeigt. Und genau an dieser Stelle fangen die Probleme rund um "Crash Boom Bang" an. Denn oft sind die Items aus unerfindlichen Gründen inaktiv, bei den meisten ist außerdem nicht klar, welche Auswirkungen sie haben. Plötzlich findet sich der Spieler auf einem anderen Spielbrett wieder und hat keinen blassen Schimmer, wie er hingekommen ist und vor allem wieder fliehen kann.

Die vierzig Minispiele sind grafisch gut gelungen, leider kann man das von der spieltechnischen Umsetzung nicht behaupten. Einige wenige Minigames machen wirklich Spaß - wie das Rollen in einer Kugel oder die Flugeinheiten. Den Großteil versteht man allerdings auch nach mehrstündigem Spielen mangels brauchbarer Anleitungen nicht. Und viele sind zudem unmöglich zu gewinnen - vor allem wenn der eigene Charakter niedergerempelt oder verhauen werden kann.

Dann liegt er nämlich alle zwei Sekunden hilflos auf dem Boden, während der Spieler wutentbrannt den Touchscreen mit dem Stylus malträtiert. Noch zorniger macht hilflose Gamer, dass die Computergegner pausenlos den Bildschirm mit sinnfreien Botschaften zupflastern und so bei Minigames die Sicht nehmen - was beim Multiplayer-Modus sicher spaßiger und vor allem fairer ist.

Fazit: Die Punktevergabe, die entscheidet, wer das Spiel oder ein Brett gewonnen hat, ist nicht nachzuvollziehen. Ebenso wenig die Steuerung einiger Minigames. Die Gegenstände im Inventar sind oft entweder inaktiv oder stiften mehr Verwirrung als sie nützen. Ein Brettspiel macht schon in der Urfassung, also ohne elektronische Einmischung, nur dann Spaß, wenn der Spieler versteht, wie und warum er gewinnen kann. Das bleibt bei "Crash Boom Bang" gänzlich unklar. Positiv ist, dass viele kreative Ideen für Minigames umgesetzt wurden und einige davon auch wunderbar gelungen sind. Vor allem die komplett deutsche Ausgabe, die farbenfrohe Gestaltung und liebevolle grafische Umsetzung reißen das Spiel gerade noch aus den Niederungen des Games-Dschungels.

Plattform: Nintendo DS
Publisher: Vivendi Universal Interactive
 
Krone.at-Wertung: 61 %

Von Bernadette Geißler

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