16.11.2006 15:33 |

WHO entsetzt

Hälfte der Arzneien in Afrika gefälscht

Fast die Hälfte der in manchen Teilen Afrikas angebotenen Arzneimittel sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) Fälschungen. In Südamerika sowie in Russland und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion liegt die Rate bei bis zu 40 Prozent. In den Industrieländern Europas dagegen machen gefälschte Medikamente den Erkenntnissen zufolge ein Prozent oder weniger aus.

Mehr und mehr jedoch werden die Fälschungen dort durch illegale Internetangebote vertrieben. Dieser Produktpiraterie hat eine internationale Anti-Fälschungs-Arbeitsgruppe der WHO (IMPACT) den Kampf angesagt, die sich auf dem Petersberg bei Bonn konstituierte.

Die IMPACT-Experten erörterten bei einer Konferenz am Mittwoch und Donnerstag Maßnahmen, die zur Eindämmung und letztendlich Beendigung des Handels mit gefälschten Medikamenten führen sollen. Die von fünf Arbeitsgruppen vorgelegten Ergebnisse sollen der WHO zufolge so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dazu gehören strengere Gesetze, die kontrollierte Abgabe von Arzneimitteln, die Kontrolle der Medikamentenlager sowie eine gezielte Information der Öffentlichkeit über die Gefahren dieser Mittel. In den Handel mit gefälschten Medikamenten ist nach den WHO-Erkenntnissen auch das organisierte Verbrechen verwickelt.

Symbolbild