Sa, 22. September 2018

Seit Jahresbeginn

15.05.2017 16:30

Afghanistan: Bereits über 90.000 Kriegsflüchtlinge

Die Gefechte zwischen radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräften haben seit Jahresbeginn bereits mehr als 90.000 Menschen in Afghanistan in die Flucht getrieben - das berichtet die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Montag. In 29 der 34 Provinzen gebe es Zwangsvertreibung.

Im früher als eher ruhig geltenden Norden, wo die deutsche Bundeswehr lange Schutzmacht war, würden mittlerweile 41 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert. Die Zahl der Binnenflüchtlinge sei 2017 - verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2016 - um 40 Prozent zurückgegangen. 2016 hatten die UN bis Mitte Mai schon mehr als 150.000 Binnenflüchtlinge gezählt. 

Auch Großstädte bieten keine sichere Zuflucht mehr
Ein Mitarbeiter von OCHA, Mohammed Maliksai, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das liege an verschiedenen Faktoren. "Zum einen gehen einige Kämpfe dort weiter, wo sie 2016 schon getobt haben. Viele Menschen sind dort schon geflohen." Zum anderen steige die Armut. Die Menschen hätten oft kein Geld mehr, woandershin zu gehen. Ein weiterer Grund sei, dass auch die Großstädte, die zuvor als sicher galten, nun keine Zuflucht mehr böten. "Die Menschen denken, wenn es da nun auch ständig Anschläge gibt, können wir auch hierbleiben." 

Im vergangenen Jahr waren mehr als 660.000 Afghanen im eigenen Land auf der Flucht. Für 2017 erwarteten die UN zu Jahresbeginn noch mindestens 450.000 weitere Zwangsvertriebene.

 krone.at
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