13.11.2006 21:40 |

Bush in der Krise

Bush berät künftige Irak- Strategie mit Experten

US-Präsident Bush hat am Montag mit einer ranghohen Expertenkommission über die künftige Strategie im Irak beraten. Die Zeichen für einen Kurswechsel in der Irak-Politik der USA und Großbritanniens mehren sich. In einer außenpolitischen Grundsatzrede forderte der britische Premier Blair eine größere Einbindung aller Staaten im Nahen Osten zur Lösung der Krise - auch von Damaskus und Teheran.

Blair drängte in seiner Rede in London darauf, die Irak-Strategie zu überdenken. Die Irak-Krise lasse sich nicht isoliert lösen, sondern nur innerhalb einer Gesamtstrategie, die alle Konflikte im Nahen Osten umfasse. "Ein Großteil der Antwort in Bezug auf den Irak liegt nicht im Irak selbst, sondern außerhalb, in der Region, wo die gleichen Kräfte an einem Strang ziehen", sagte er mit Blick auf Syrien und den Iran.

Das Ziel im Irak sei eine eigenständige Regierung, die sich selbst verteidigen und als Verbündeter im Kampf gegen den Terror dienen könne, sagte Bush. Der Präsident und die so genannte Baker-Kommission hätten das Treffen zu einem Gedankenaustausch genutzt, sagte Bushs Sprecher Tony Snow in Washington. Es sei nicht um die Vorstellung von Alternativen gegangen, sondern um eine Einschätzung der derzeitigen Lage. Am Dienstag will das Gremium per Video-Konferenz mit Blair beraten.

Die überparteiliche Kommission war im März vom US-Kongress eingesetzt worden. An ihrer Spitze stehen der frühere Außenminister Baker und der ehemalige demokratische Abgeordnete Hamilton. Das Gremium soll bis Dezember Empfehlungen zum Fortgang des Irak- Einsatzes erarbeiten.