Kultige Wusler

Die Siedler II – Die nächste Generation

Spiele
13.11.2006 23:01
Juhu - endlich darf wieder nach Lust und Laune gesiedelt werden! Die Urväter der Aufbaustrategie sind - wuseliger und knuffiger denn je - wieder da. Das Remake des Spiels von 1996 (!) lädt jung gebliebene Nostalgiker ebenso ein wie Erstentdecker.

Der Untertitel des nach Vorlage des zehn Jahre alten Klassikers gestalteten Games lautet "Die nächste Generation" - was jedoch hauptsächlich auf die gründlich überarbeitete Grafik hinweist. Denn inhaltlich hat sich nichts geändert.

Die Wikingermänner sind in Panik - wo sind ihre Frauen? Ohne die ist das Leben schließlich nur halb so schön, und die armen verlassenen Siedler stranden an einer Küste. Dort entdecken sie verdächtige Spuren, die auf eine Entführung ihrer Liebsten hindeuten, also nichts wie hinterher! Allen, die sich schon am Ur-Siedlertum erfreuten, wird diese Geschichte mehr als bekannt vorkommen. Das Spielkonzept ist exakt das gleiche: Die Wichte siedeln den unbekannten Bösewichten hinterher, durchschreiten todesmutig Portale und dringen so in immer neue unbekannte Welten vor. Direkt steuern kann der Spieler seine Untergebenen nicht - was bei Militäraktionen zu Unmut führen kann. 

Pro neuer Karte steigen sowohl Schwierigkeitsgrad als auch Gegneranzahl und -dichte. Geblieben ist es ebenfalls beim bekannten Aufbausystem: Erst eine Holzfällerhütte errichten, diese per Straße mit dem Hauptquartier verbinden, danach eine Umwelt- weil Ressourcen-schonende Forsthütte aufgebaut und ebenfalls zugänglich gemacht. Wie immer zeigt eine praktische Übersichtskarte, wo welche Art von Gebäude erbaut werden kann - Platzmangel wird durch den Ausbau des eigenen Gebietes via Militärgebäude behoben. Dieses erhöht die Sichtweite und verschiebt die eigenen Grenzen in Richtung unbekanntes Land.

In diese Kasernen und Wachtürme ziehen Soldaten ein, die nach Waffen verlangen, außerdem trinken sie für ihr Leben gern Bier. Um diese Bedürfnisse befriedigen zu können, müssen immer komplexere Produktionsketten in Gang gesetzt werden: Der Bauernhof bedient die Mühle, die Mehl zur Brotproduktion liefert, das wiederum ohne Wasser nicht gebacken werden kann. Insgesamt funktionieren die Wirtschaftskreisläufe nur bei nahe beieinander gelegenen Gebäuden wirklich reibungslos. Das Wegesystem hat schließlich wie eh und je Schwächen. So schaffen Träger nur kurze Strecken, bis der nächste übernimmt, was den Spieler oft dazu verführt, auf dreifache Geschwindigkeit zu schalten - und trotzdem sitzt man oft fünf Minuten tatenlos herum, bevor etwa ein Bauvorhaben ausgeführt ist.

Die 3D-Umsetzung des Originalspiels ist gelungen, die kleinen Kerle sind niedlich, die durch den Wald huschenden Tiere gelungen animiert. Die höchste Zoomstufe erfreut jedoch nicht vollständig, zu grobklotzig wirken die Gebäude. Nett wäre das Feature gewesen, die Bäume bei der höchsten Detailstufe semitransparent zu gestalten. Im Test haben die nämlich überdurchschnittlich oft die Sicht auf hämmernde, sägende und Fisch fangende Siedler versperrt.

Neben dem bekannten Kampagnenmodus bietet sich auch ein Endlosspiel mit drei wählbaren Völkern - Römern, Nubiern und Asiaten - an. Die beiden Exoten bestechen mit ebenso liebevoll animierten Gestalten und sich wunderbar von den Römern abhebenden Gebäuden. Spielerisch unterscheiden sich die drei jedoch nicht. Im Mehrspielermodus können bis zu sechs Gamer ihr Geschick beim Siedeln messen. Das hat den Vorteil, nicht von der sehr schwach eingestellten Intelligenzstufe des PC-Gegenspielers abhängig zu sein.

Fazit: Das Spielprinzip nutzt sich nach einigen Stunden ab, was auch an der langatmigen Wegführung liegt. Ärgerlich, dass der Aufstieg des Militärs so schwierig gestaltet wurde - alle erforderlichen Teile müssen in einem Lagerhaus vereint sein, was meist logistisch unmöglich ist. Doch alle Schwächen können den größten Vorteil des Games nicht schlechtmachen: "Die Siedler II - Die nächste Generation" lässt Nostalgikerherzen von der ersten Spielminute an höher schlagen. Selbst bei hartgesottenen Zockern wird eine kleine Freudenträne kullern, sobald der erste liebenswerte, niedliche Siedler den Kopf aus dem gestrandeten Schiff streckt und in die neue Welt blickt.

Plattform: PC
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 85 %

Von Bernadette Geißler

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Spiele
13.11.2006 23:01
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
krone.at
krone.at
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung