Unnötige Kontrollen?

Wut-Ärztin kündigt Vertrag

Niederösterreich
12.04.2017 15:21

Nach 15 Jahren als Kinderärztin für alle Krankenkassen hat Ursula Vallazza aus Mödling jetzt den Vertrag mit der Gebietskrankenkasse gekündigt. Gründe dafür seien die überbordende Bürokratie und der "Kontrollwahn" der Behörde. Im Bezirk sind nun von insgesamt 17 Medizinern für Kinder nur noch drei mit einem öffentlichen Vertrag ausgestattet, alle anderen sind privat.

Dieser Kassenvertrag sei ein Knebelvertrag, heißt es aus der empörten Ärzteschaft in Mödling. Mehr als drei Viertel aller Kinderärzte sind bereits Wahlärzte und müssen somit vom Patienten selbst bezahlt werden. Medizinerin Ursula Vallazza erklärt: "Wir müssen die Familien lieblos durchschleusen, um das Kontingent der Gebietskrankenkasse zu erfüllen. Für Gespräche bleibt keine Zeit, und meine Ordination wird mit Kontrollen bombardiert." Weiters dürfte die Gebietskrankenkasse trotz eines starken Zuzugs von jungen Familien mit Kindern keinen Bedarf für weitere Kinderärzte sehen. "Wir werden mit Arbeit überflutet, aber von der Behörde gibt es keine Unterstützung", so Vallazza.

Seitens der Krankenkasse sieht man trotzdem keinen Handlungsbedarf. Eine Sprecherin lapidar: "Das ist nur ein vorübergehendes Problem."

Josef Poyer, Kronen Zeitung

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