Di, 17. Juli 2018

Macht dick und krank

25.03.2017 14:00

Hilfe, wir sind gefangen in der Zuckerfalle!

Süßes bekommt immer häufiger einen bitteren Beigeschmack. Denn Zucker findet sich praktisch in jeder Speise und vielen Getränken. Die schlimmen Folgen: Bis zu 60 Prozent aller Österreicher haben Übergewicht. Tendenz jährlich steigend. Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen!

"Das ,weiße Gold‘ stellt pure Energie dar und wir nehmen viel zu viel davon auf. Der Körper verbrennt es aber nicht, da wir uns nicht genug bewegen", gibt Univ. Prof. Dr. Hermann Toplak von der Ambulanz für Lipidstoffwechsel, MedUni Graz und Präsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft ÖDG zu bedenken. Gesüßte Lebensmittel tragen durch ihre Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und dem gleichzeitig geringen Sättigungspotenzial zu Übergewicht und Insulinresistenz (Vorstufe des Typ-2-Diabetes) bei. So wurde in den vergangenen Jahren der starke Zusammenhang zwischen dem Genuss so genannter Softdrinks und Adipositas sowie Zuckerkrankheit bewiesen.

Frühe Prägung auf Süßes
Bedenklich ist vor allem die Gewöhnung an Süßes schon bei kleinen Kindern. In jener Zeit, in der sich der persönliche Geschmack entwickelt, werden die Sprösslinge mit Lebensmitteln konfrontiert, die mehr Zucker enthalten als ihnen gut tut. Sie erwarten dann von jeder weiteren Nahrung und jedem weiteren Getränk die gleiche Geschmacksrichtung. "Eine aktuelle Studie von SIPCAN* in Tirol hat ergeben, dass bereits 30 Prozent der 14-Jährigen übergewichtig oder sogar adipös sind", warnt auch Vorstand des Instituts und Vorstand der Abteilung für Innere Medizin vom Lehrkrankenhaus Barmherzige Brüder, Salzburg, Dir. Prim. Univ. Prof. Dr. Friedrich Hoppichler. Die Untersuchung zeigte weiters, dass Mädchen ein gesünderes Essverhalten als Burschen aufwiesen. Am schlechtesten schnitten Jugendliche mit niedrigem sozialem Status ab. "Das Verhalten von Jugendlichen kann aber mit erprobten Methoden wie dem Trink- und Jausenführerschein von SIPCAN in der Schule positiv beeinflusst werden", zeigt sich Prof. Hoppichler erfreut.

Gesunde Nahrung muss leistbar werden
Prof. Toplak ergänzt: "Jede Reduktion des Zuckergehalts in Lebensmitteln ist zu unterstützen. Am besten schrittweise, damit sich die Geschmacksnerven daran gewöhnen. Es darf dabei aber nicht nur um hippe Lifestyle-Lebensmittel gehen, denn die freie Wahl zwischen ,süßen Bomben’ und gesünderer Nahrung hat leider viel zu oft nur der, der es sich auch leisten kann."

*Special Institute for Preventive Cardiology an Nutrition, Institut für vorbeugende Kardiologie und Ernährung

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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