Do, 16. August 2018

Flugzeugkatastrophe

30.10.2006 13:49

Menschliches Versagen führte zu Flugzeugabsturz

Der Absturz eines Passagierflugzeugs in Nigeria mit mehr als hundert Todesopfern ist nach Angaben der nigerianischen Regierung auf menschliches Versagen zurückzuführen. "Das Unglück hätte verhindert werden können", sagte Nigerias Luftfahrtminister Babalola Borishade am Montag in Abuja.

Auf Grund schlechten Wetters sei am Sonntag eine Startwarnung auf allen Flughäfen des Landes erteilt worden, die von dem Pilot der Unglücksmaschine ignoriert worden sei. Letzten Angaben zufolge wurden bei dem Absturz nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja 96 der 105 Insassen getötet.

Zwei für tot erklärte Crew-Mitglieder seien vermutlich doch am Leben, so dass die Zahl der verunglückten Insassen von zunächst 98 auf 96 korrigiert werden könne, sagte Borishade. Unter den Opfern sind auch der geistliche Führer der nigerianischen Muslime, Sultan Muhammad Maccido, sowie mehrere Politiker aus dem Norden des westafrikanischen Landes. Außerdem wurden sechs Bauern getötet, als die Boeing 737-200 der nigerianischen Fluggesellschaft ADC (Aviation Development Company) kurz nach dem Start auf ihre Felder stürzte.

Hilfeschreie der Opfer
Augenzeugen berichteten von verbogenen und qualmenden Trümmerteilen am Rande des Flughafens der Hauptstadt. Sie hätten Hilfeschreie gehört, aber wegen des Feuers nicht helfen können. "Das Flugzeug verunglückte und ging am Stadtrand Abujas in Flammen auf", sagte ein Sprecher der Rettungsdienste.

Die Gesellschaft ADC Airlines bietet 120 Flüge pro Woche innerhalb Nigerias an. Zu ihrer Flotte gehören vier Maschinen des Typs Boeing 737-200. Eine ADC-Maschine war 1996 an einem Unfall beteiligt. Beim Landeanflug auf Lagos verunglückte eine Boeing 727; alle 143 Menschen an Bord starben.

Zahlreiche Unfälle in Vergangenheit
In dem westafrikanischen Land kam es in der Vergangenheit mehrfach zu schlimmen Unglücken im Luftverkehr. Im Dezember 2005 stürzte eine DC-9 der inländischen Fluglinie Sosoliso beim Landeanflug auf Port Harcourt im Süden Nigerias ab. Nur drei der 110 Insassen überlebten den Absturz. Nur zwei Monate zuvor war eine Boeing 737 der nigerianischen Fluggesellschaft Bellview Airlines nach dem Start in Lagos abgestürzt, 117 Menschen starben.

Die Ursache für die meisten Unglücke sieht Luftfahrtminister Borishade in den beliebigen Entscheidungen der Piloten entgegen offizieller Warnungen, die Flugzeuge zu starten.

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