Mi, 14. November 2018

Peinliche Panne

22.01.2017 13:21

Britische Marine feuerte Atomrakete Richtung USA

Eine nicht nur peinliche, sondern auch gefährliche Panne ist der britischen Marine im Vorjahr unterlaufen. Wie britische Medien am Sonntag berichteten, war eine atomwaffenfähige ballistische Rakete, die zu Testzwecken von einem Atom-U-Boot vor der Küste Floridas Richtung Westafrika abgefeuert worden war, von ihrem Kurs abgekommen. Das Geschoss drehte ab und steuerte auf die USA zu, bevor es ins Meer stürzte.

Der Abschuss der Trident-II-D5-Rakete vom U-Boot HMS Vengeance im vergangenen Juni war der erste solche Test nach vier Jahren Pause und sollte die Verlässlichkeit des Trident-Systems (nuklearer Schutzschild Großbritanniens, Anm.) testen. Seit dem Jahrtausendwechsel gab es mit dieser Rakete lediglich fünf Tests. Einer der Gründe dafür ist wohl, dass ein Exemplar umgerechnet rund 19,7 Millionen Euro kostet.

Video: Test einer Trident-Rakete durch die britische Marine

"Große Panik in den höchsten Zirkeln der Regierung"
Der Grund für die Fehlfunktion ist nicht bekannt. "Es herrschte große Panik in den höchsten Zirkeln der Regierung", schrieb die "Sunday Times", die als erstes Medium über den Zwischenfall berichtete, der sich kurz nach dem Amtsantritt von Regierungschefin Theresa May ereignet hatte.

Panne hätte Anschaffung neuer U-Boote gefährdet
Anstatt das Parlament zu informieren, entschied sich die Regierung in London, die Geschehnisse zu vertuschen. Der Grund dürfte eine bevorstehende Abstimmung über mehr Gelder für das Trident-System und die Anschaffung neuer U-Boote gewesen sein. Dieses Vorhaben konnte somit erfolgreich durch das Abgeordnetenhaus gebracht werden.

Die Vertuschungsaktion wird womöglich ein parlamentarisches Nachspiel haben. Die Opposition fordert eine umfassende Untersuchung des Vorfalls und die Befragung aller Verantwortlichen. "Der Nuklear-Abwehrschirm des Vereinigten Königreichs ist ein Grundstein der nationalen Sicherheit. Wenn es Probleme gibt, hätte man diese nicht so tollpatschig vertuschen sollen", meinte etwa Kevan Jones, Mitglied der oppositionellen Labour-Partei, gegenüber der "Sunday Times".

Regierung beruhigt: "Absolutes Vertrauen in unser System"
Währenddessen versucht die Regierung zu beruhigen: "Die Funktionsfähigkeit der Trident-Rakete, sollten wir sie jemals benötigen, steht außer Frage. Wir haben absolutes Vertrauen in unser System", wurde ein Sprecher zitiert.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

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