Gurgiser-Kritik:

Das Verkehrsministerium rechnet Straßenlärm nieder

Tirol
22.01.2017 13:33

"Man nehme die Daten der defekten Verkehrs-Zählstellen, mischt ein gewisses Fahrtempo sowie einen fiktiven Lärmpegel dazu - und schon glaubt man zu wissen, wie laut es die Anrainer entlang der Tiroler Autobahnen und Schnellstraßen haben", kann Fritz Gurgiser nur mehr den Kopf über die angeordneten Messmethoden des Verkehrsministeriums schütteln. Er fordert, dass die Lärmpegel endlich gemessen statt errechnet werden!

In einem Brief wendet sich Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol, nun direkt an die vom Lärm betroffenen Gemeinden entlang der Autobahnen und Schnellstraßen. "Die ministerielle Dienstanweisung an die Asfinag, den Lärmpegel zu errechnen statt zu messen, muss umgehend aufgehoben werden", schreibt Fritz Gurgiser. Karikaturist Alfred Zettler hat das treffend auf den Punkt gebracht (siehe oben).

Bund will auf Kosten der Tiroler Geld sparen

Österreichs oberster Transitbekämpfer verweist in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die defekten Verkehrs-Zählstellen - die "Krone" berichtete darüber. Gurgiser glaubt auch zu wissen, warum die Minister lieber rechnen als messen lässt: "Damit will man sich Lärmschutzkosten sparen!" Und zu den defekten Zählstellen sagt Gurgiser: "Es ist ein Finanzskandal, dass alle diese sündteuren Investitionen in diese Zählerfassungsgeräte de facto zu einem Anteil von 50 bis 80 Prozent zu unbrauchbaren Verkehrs-Grundlagen führen. Und das im Jahr 2017, wo es kein Problem darstellt, Daten ohne Rücksicht auf Datenschutz, Privatsphäre etc. global zu erfassen und missbräuchlich zu verwenden - es wird wohl ein Fall für den Bundesrechnungshof sein, diese Millioneninvestitionen bundesweit auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen."

Geld sprudelt in den Wiener Kassen

Eine Sauerei sei das "Niederrechnen der Lärmpegel, um Kosten zu sparen" auch deswegen, weil die auf den Tiroler Straßen eingehobenen Gelder 1:1 nach Wien wandern. "Die Einnahmen aus Vignetten-, Roadpricing- und Mauterlösen auf der Strecke Kufstein-Brenner sprudeln in Wien wie eine nie versiegende Ölquelle in den Emiraten", kann sich Gurgiser einen bösen Seitenhieb nicht verkneifen.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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