Di, 17. Juli 2018

Irak-Krieg

14.10.2006 18:22

US-Bürger im Irak zum Tode verurteilt

Wegen seiner angeblichen Beteiligung an der Entführung von drei rumänischen Journalisten ist ein US-Bürger im Irak zum Tode verurteilt worden. Der irakischstämmige Mann hat als Übersetzer und Begleiter der Journalisten im Irak gearbeitet und soll diese absichtlich in eine Falle laufen haben lassen, um später Lösegeld zu kassieren.

Den Informationen der „Washington Post“ zufolge hat sich der 53-Jährige zuerst selbst als Entführungsopfer ausgegeben, später aber die Beteiligung an der Entführung gestanden.

Der Mann wurde am 23. Mai 2005 von US-Soldaten während einer Razzia bei der Suche nach den Rumänen festgenommen. Der irakischstämmige Mann hatte im Jahr 2000 die US-Staatsbürgerschaft erhalten. Ein Jahr später siedelte er mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Rumänien.

Gericht soll Verurteiltem mit Misshandlung gedroht haben
Die Anwälte des Verurteilten forderten die US-Armee auf, ihren Mandanten nicht an die irakische Regierung zu überstellen. Die Anwälte bezeichneten das Verfahren als Farce, weil kein Entlastungsmaterial oder Zeugen zugelassen worden seien. Ihr Mandant habe eine Tatbeteiligung erst gestanden, nachdem ihm und seiner Familie mit Gewalt und sexueller Misshandlung gedroht worden sei.

Grauenhaftes Massaker an irakischer Familie
Indes ging die Gewalt im Irak unverdrossen weiter: Auf einem Bauernhof südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad sind zehn Mitglieder einer Familie von Aufständischen ermordet worden. Unter den Toten in dem Dorf Sayafiya befinden sich fünf Frauen, zwei Männer und drei Kinder. Auch an anderen Orten des Landes ereigneten sich folgenschwere gewaltsame Auseinandersetzungen.

In der Provinz Baakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden sechs Männer und eine Frau bei Zusammenstößen von Aufständischen mit irakischen und US-Soldaten getötet. Im 180 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Diwaniyah wurde am Samstagmorgen ein Lehrer getötet. Die Täter hätten ihn aus einem Auto angegriffen, als er seine Schule betrat.

In Bagdad wurden nach US-Angaben vom Samstag innerhalb der vergangenen 24 Stunden 14 Leichen gefunden. Die in verschiedenen Stadtvierteln entdeckten Opfer wiesen vielfach Folterspuren auf. Woche für Woche werden dutzende Leichen in der irakischen Hauptstadt entdeckt. Zumeist handelt es sich um Opfer gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten.

 

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