Sofortige Festnahmen

Tunesien: Volle Härte gegen Dschihad-Heimkehrer

Ausland
30.12.2016 10:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der tunesische Regierungschef Youssef Chahed hat einen entschlossenen Umgang der Behörden mit Dschihadisten angekündigt, die von ausländischen Kampfregionen in ihre Heimat zurückkehren. Die Regierung habe eine "klare Haltung" dazu und lehne die Rückkehr von "Terroristen" aus Krisengebieten ab, sagte er am Donnerstag dem staatlichen Sender Wataniya.

"Diejenigen, die zurückkommen, werden direkt bei ihrer Ankunft auf tunesischem Boden festgenommen", sagte Chahed. Die Verdächtigen müssten sich dann nach dem Anti-Terror-Gesetz des Landes vor der Justiz verantworten. Der Staat besitze Listen mit den Angaben zu allen Tunesiern, "die sich in Konfliktgebieten aufhalten und Terrororganisationen angehören". Jeder Verdächtige sei bekannt.

Tausende Tunesier kämpfen in Syrien, Irak und Libyen
Laut Schätzungen der UNO haben sich mehr als 5000 Tunesier Dschihadistengruppen wie dem Islamischen Staat angeschlossen und kämpfen in Syrien, im Irak und in Libyen. Die Behörden befürchten, dass diese kampferprobten Extremisten nach und nach in die Heimat zurückkehren. Vergangene Woche teilte Tunesiens Innenminister Hedi Majdoub mit, 800 tunesische Dschihadisten seien bereits zurückgekehrt. Auch der in der Vorwoche getötete Berlin-Attentäter Anis Amri war ein Tunesier.

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