Mi, 22. August 2018

SPD-Kanzlerkandidat

30.12.2016 08:32

Schulz gibt offenbar auf, Weg für Gabriel frei

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat das Rennen um die SPD-Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr offenbar aufgegeben. Das berichtete am Freitag der "Spiegel". Damit wäre der Weg für SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel frei. Dem werden im Kampf gegen die amtierende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jedoch kaum Chancen eingeräumt.

In einem Gespräch mit SPD-Mitgliedern habe Schulz laut "Spiegel" bereits vor Weihnachten erklärt, dass er nicht mehr mit einer Kandidatur rechne. Zuvor hatte Gabriel angekündigt, dass es im Falle von mehreren Bewerbern eine Urwahl geben würde. Schulz wären dabei gute Chancen ausgerechnet worden - der Noch-Präsident des EU-Parlaments habe sich aber nicht dazu durchringen können, seine Kandidatur öffentlich zu erklären. Laut "Spiegel" würde Schulz gerne kandidieren, schrecke aber davor zurück, gegen Gabriel anzutreten.

Merkel in Umfragen haushoch vorne
Eine aktuelle Forsa-Umfrage sieht die SPD derzeit nur noch bei 20 Prozent. Der am Mittwoch veröffentlichte "Stern-RTL-Wahltrend" ergab zudem, dass Merkel bei der Kanzlerpräferenz an Zustimmung gewann. Wenn der Regierungschef direkt gewählt würde, käme sie aktuell auf 52 Prozent, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Für Gabriel würden sich demnach nur 13 Prozent entscheiden.

Mehrheit der SPD-Funktionäre für Gabriel
Dennoch werden in der SPD seit Wochen die Rufe nach einer Kanzlerkandidatur von Gabriel immer lauter. Nach den Regierungschefs von Berlin und Schleswig-Holstein, Michael Müller und Torsten Albig, sprach sich nun auch der im sogenannten Seeheimer Kreis zusammengeschlossene rechte SPD-Flügel für Gabriel aus. "Wir brauchen als Kanzlerkandidaten eine Kämpfernatur wie Gabriel, der die Unterschiede zwischen SPD und Union klar herausarbeitet. Deshalb bin ich dafür, dass er antritt", sagte Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs am Freitag dem Berliner "Tagesspiegel".

Am 10. Jänner will SPD Kanzlerfrage klären
Die Zeitung hatte zuvor berichtet, die SPD-Führung wolle am 10. Jänner bei einem vertraulichen Treffen in Nordrhein-Westfalen die Kandidatenfrage klären. Bei einer Klausur am 29. Jänner soll sich der SPD-Vorstand dann mit der Personalentscheidung befassen.

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