Di, 26. März 2019
24.12.2016 16:30

Ortet Überforderung

Schönborn räumt Umdenken in Flüchtlingsfrage ein

Zu Weihnachten hat Kardinal Christoph Schönborn ein bemerkenswertes Eingeständnis gemacht. Er räumte ein Umdenken in der Flüchtlingsfrage ein und sprach von einer Überforderung. "Wir haben erfahren müssen: Das geht über unsere Kapazitäten und Möglichkeiten hinaus", so der Kardinal.

Wie viele andere auch sei er von der großen Zahl der Asylsuchenden überrascht und in seinen Wortmeldungen mittlerweile "vorsichtiger" geworden, so Schönborn am Freitag in der "ZiB 2".

Er selbst habe anfangs - wie viele Experten - mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel "Wir schaffen das" gesagt. Doch mit der Zeit habe sich in der Gesellschaft ein Gefühl der Überforderung durch die "unglaubliche Zahl an Flüchtlingen" breitgemacht.

Adabei-TV bei Schönborn: "Unser Land macht Sorgen"

Das Problem habe eine andere Dimension bekommen, weshalb europäische Lösungen notwendig seien, sagte Schönborn. Statt alle Flüchtlinge aufzunehmen, müsse man zuerst auf Hilfe vor Ort setzen, damit die Menschen wieder in ihrer Heimat leben können, so Schönborn. Hoffnung auf Möglichkeiten zur Rückkehr sieht der Kardinal derzeit etwa im Irak.

Generell sieht Schönborn angesichts des Terrors eine "große Verunsicherung". Man müsse vielleicht einfach lernen, dass das Leben unsicher sei, sagte der Kardinal.

Kommentar von Doris Vettermann: Realitätssinn
Es sind ungewöhnliche Worte für einen Vertreter der Kirche, die Kardinal Christoph Schönborn über die Flüchtlingsthematik gesprochen hat. Es sind aber auch Worte, die den Realitätssinn des Kardinals unter Beweis stellen. Ja, der enorme Ansturm der Asylwerber hat uns überfordert - ja, das darf man zugeben.

Zu den Realitätsverweigerern zählt hingegen EU-Bürokrat und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Nach dem Anschlag in Berlin - verübt von einem Tunesier, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war - sagt Juncker allen Ernstes, die EU werde nichts an ihrer Asylpolitik ändern. Diese sieht bekanntermaßen so aus: Auf den griechischen Inseln sitzen Tausende Flüchtlinge fest, der Deal mit der Türkei funktioniert mehr schlecht als recht, von Fairness und Solidarität keine Spur, abgelehnte Asylwerber werden nicht abgeschoben. Das MUSS sich ändern!

Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
EM-Qualifikation
Portugal nur 1:1 ++Sorge um verletzten Ronaldo
Fußball International
Spiel lange offen
Österreichs U21 unterliegt Spanien in EM-Test 0:3!
Fußball International
Mächtiger Seitenhieb
Klinsmann: „Herzog der Richtige“ für den ÖFB!
Fußball International
Nach 2:4 in Israel
Foda will nach Schockpleite erst mal Ruhe bewahren
Fußball International
Vorfall veröffentlicht
Berufsfahrer als „Fluchthelfer“ missbraucht
Oberösterreich
„Bis zum Rücken“
„Oranje“-Coach Koeman reißt gegen DFB-Elf die Hose
Fußball International

Newsletter