Mi, 18. Juli 2018

Wahlen in Belgien

08.10.2006 19:08

Zugewinne für rechtsextreme Parteien

Bei den Kommunalwahlen in Belgien zeichnen sich starke Stimmenverluste für die flämischen Liberalen von Premierminister Verhofstadt ab. Das ergibt sich nach Angaben des Fernsehsenders VRT aus den Ergebnissen der ersten ausgezählten Stimmbezirke. Der rechtsextreme Vlaams Belang (im Bild Parteichef Filip Dewinter samt Tochter) verzeichnete demnach Zugewinne.

Dass die offen ausländerfeindliche Partei in ihrer Hochburg Antwerpen allerdings den sozialistischen Bürgermeister Patrick Jansens ablösen kann, galt als unwahrscheinlich.

Für die großen Städte lagen zwei Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale noch keine endgültigen Ergebnisse der Stimmenauszählung vor.

Ex-Miss sichert Rechten Stimmen
In Antwerpens Nachbargemeinde Schoten wurde die offen ausländerfeindliche Partei stärkste Kraft. Mit einer ehemaligen Miss Flandern als Spitzenkandidatin verbesserte der VB dort seinen Stimmenanteil verglichen mit der Kommunalwahl vor sechs Jahren um mehr als 10 Punkte auf 34,7 Prozent. In flämischen Gemeinden, wo die rechtsextreme Partei erstmals antrat, erreichte sie teilweise zweistellige Ergebnisse - etwa in Kruibeke mit 15,1 Prozent.

Zuwächse wurden nach Auszählung erster Stimmbezirke auch für drei rechtsextreme Listen in Charleroi erwartet. In der wallonischen Industriestadt, wo die lange dominierenden Sozialisten mit verschiedenen Affären kämpfen, legten auch die Liberalen zu.

In Belgien waren rund sieben Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die Stadt- und Gemeinderäte für die kommenden sechs Jahre zu bestimmen. In Belgien herrscht Wahlpflicht. Erstmals durften auch Bürger wählen, die keinen Pass eines EU-Landes besitzen. Ihre Zahl war aber gering, weil viele Einwanderer nach einigen Jahren im Land die belgische Staatsangehörigkeit beantragen.

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