Do, 13. Dezember 2018

Doskozil-Vorschlag

06.11.2016 12:11

Endlich: Berlin schwenkt auf unseren Asylkurs ein

Deutschland schwenkt in der Flüchtlingspolitik jetzt endlich auf Österreichs Kurs ein. Wie am Sonntag bekannt wurde, will der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere im Mittelmeer gerettete Migranten möglichst direkt nach Nordafrika zurückschicken. Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil begrüßte gegenüber krone.at den Schwenk der deutschen Regierung. Er gehe davon aus, dass noch viele andere Länder "unserem Vorschlag folgen werden".

"Ziel muss es sein, den Schleuserorganisationen die Grundlage für ihre Geschäfte zu entziehen", sagte eine Sprecherin de Maizieres der "Welt am Sonntag". "Die fehlende Aussicht auf das Erreichen der europäischen Küste könnte ein Grund sein, warum die Migranten davon absehen, unter Einsatz ihres Lebens und hoher eigener finanzieller Mittel die gefährliche Reise anzutreten", so die Sprecherin. "Ziel muss es sein, den Schleuserorganisationen die Grundlage für ihre Geschäfte zu entziehen und die Migranten vor der lebensgefährlichen Überquerung des Mittelmeeres zu bewahren."

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Australien, wo die Zahl der illegalen Einreisen auf fast null zurückgegangen ist. Migranten, die von Libyen aus in See stechen, sollen dem Vorschlag des deutschen Innenministeriums zufolge in ein anderes nordafrikanisches Land gebracht werden, etwa nach Tunesien oder Ägypten. Dort könnten sie Asyl in Europa beantragen. Werde dieses gewährt, würden sie sicher auf den Kontinent gebracht. Konkrete Pläne oder Gespräche auf EU-Ebene gebe es allerdings noch nicht, hieß es.

Doskozil begrüßt Einschwenken Berlins
Erfreut über die Pläne aus Berlin zeigte sich am Sonntag Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Gegenüber krone.at sagte er: "Ich habe bereits vor Monaten den Vorschlag gemacht, alle auf See aufgegriffenen Flüchtlinge in Verfahrenszentren nach europäischen Menschenrechtsstandards außerhalb der EU zu bringen. Nur noch dort können sie dann einen Asylantrag stellen. Das würde die illegale Migration stark reduzieren. Wenn nun die deutsche Bundesregierung auf unseren österreichischen Vorschlag einschwenkt, begrüße ich das sehr. Ich gehe davon aus, dass noch viele andere Länder unserem Vorschlag folgen werden."

Zuvor hatte sich auch Außenminister Sebastian Kurz - bei einer Gastrede am Parteitag der CSU in München - für eine Vorgehensweise nach australischem Vorbild ausgesprochen. "Solange die Rettung im Mittelmeer mit dem Ticket nach Mitteleuropa verbunden ist, werden sich mehr und mehr Menschen auf Weg machen", warnte Kurz. Die Schlepper würden deshalb weiter viel Geld verdienen, die Zahl der Toten werde nicht sinken.

Heuer bereits 4220 Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen
Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind heuer bei der Flucht über das Mittelmeer bereits 4220 Menschen umgekommen. Das waren 725 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Erst am Samstag wurden bei Rettungseinsätzen unter Aufsicht der italienischen Küstenwache die Leichen von zehn Migranten geborgen.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Kühbauer, Schwab & Co.
„Bekomme Geldstrafe“ - Rapid jubelt über Aufstieg
Fußball International
Europa League
2:1 bei Celtic! Salzburg beendet Gruppe makellos
Fußball International
Europa League
Leipzig trotz Schützenhilfe von Salzburg draußen!
Fußball International
Jubel nach Aufstieg
Kühbauer: „Allerschönster Tag als Rapid-Trainer“
Fußball International
EL-Erfolgslauf
6. Sieg! Hütter schreibt mit Frankfurt Geschichte
Fußball International
„Gelbwesten“-Streit:
Misstrauensantrag gegen Macron gescheitert
Welt
Rangers bezwungen
Europa-League-Hammer! Auch Rapid in K.-o.-Phase
Fußball International
Kuriose Insolvenz
Niederösterreichische Moschee in Konkurs
Österreich
Europa League
Rapid gegen Rangers: Fan-Randale vor dem Stadion
Fußball International
Infantino-Plan
WM 2022: Spiele auch in Katars Nachbarländern?
Fußball International
Nach Copa-Finale
Drama: Junger River-Fan von Boca-Anhängern getötet
Fußball International
Mögliche Verstärkungen
„Interessante Namen“ - Bayern auf Transferjagd
Fußball International
Schock bei Adventfeier
Als Harnik-Klub feierte, brachen Diebe Autos auf
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.