05.11.2016 12:44 |

"Schlitzaugen"-Sager

Maulkorb für Oettinger von Kommissionschef Juncker

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat seinem deutschen Kommissar Günther Oettinger nach dessen "Schlitzaugen"-Affäre einen Maulkorb verpasst. In einem Interview mit der belgischen Tageszeitung "Le Soir" sagte Juncker am Samstag, er habe Oettinger aufgefordert, sich künftig nur noch zu Themen zu äußern, die etwas mit seinem Aufgabenbereich zu tun haben.

"Die Kommissare sollten sich bei öffentlichen Äußerungen darauf beschränken, Probleme anzusprechen, die etwas mit ihrem Portfolio zu tun haben, statt gewagten Eingebungen zu folgen", sagte Juncker. Das habe er gegenüber Oettinger klargestellt.

Oettinger, der in der EU-Kommission aktuell für den Bereich digitale Wirtschaft zuständig ist, hatte in einer Rede in Hamburg unter anderem Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnet, von einer "Pflicht-Homoehe" in Deutschland gesprochen und missverständliche Äußerungen zur Frauenquote gemacht. Daraufhin sah er sich tagelang mit scharfer Kritik und Rücktrittsforderungen konfrontiert. Zu einer Entschuldigung kam es erst, nachdem es am Mittwoch ein Krisengespräch mit Juncker gegeben hatte.

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