Nach Jobverlust:

“Kämpft Arbeiterkammer nur für Gewerkschafter?”

Niederösterreich
12.10.2016 09:28

Böses Erwachen für die Arbeiter einer Baufirma im Bezirk St. Pölten. Nachdem der Chef angekündigt hatte, den Betrieb zu schließen, wurde die Arbeiterkammer um Hilfe gebeten. Dafür mussten aber zuerst alle der Gewerkschaft beitreten.

Ausstehende Löhne, Jobverlust und Existenzängste plagen Martin B. (Name geändert) und seine Kollegen. Nach der Insolvenz seiner Baufirma bat der Vorarbeiter die Arbeiterkammer in St. Pölten um Hilfe. Zum vereinbarten Treffen kam jedoch auch ein Vertreter der Gewerkschaft mit. Der "eindringliche Rat" laut Vertretern der Belegschaft: Zuerst müssen alle Betroffenen der Gewerkschaft beitreten, sonst gibt es keine Unterstützung. "Wir zahlen unseren Pflichtbeitrag an die Kammer, und dann müssen wir noch um Hilfe betteln", meint B. empört. Viele Arbeiter unter anderem aus Osteuropa dürften, aus Angst kein Geld zu bekommen, sofort unterschrieben haben. B. betont: "Es ist traurig, was die angeblichen Kämpfer für den kleinen Mann aufführen."

Aus dem Büro von Markus Wieser, AK-Präsident und Geschäftsführer des blau-gelben Gewerkschaftsbundes, heißt es: "Es haben alle freiwillig unterschrieben" . . .

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