Sa, 17. November 2018

Stellenausbau nötig

03.10.2016 17:10

"Psychotherapie ist für Patienten oft hilfreich"

Eine schwere körperliche Erkrankung wirkt sich oft auch auf die Psyche aus. An der Klinik Innsbruck erhalten etwa 4000 Patienten jährlich psychotherapeutische, psychologische oder psychiatrische Hilfe. Doch Studien zeigen, dass sich zehn Mal mehr Patienten danach sehnen. Problem: Es gibt in Tirol lediglich zehn Fachkräfte.

Es sind die verschiedensten Krankheitsbilder, die der Auslöser für zusätzliche psychische Störungen sind. "So versetzen etwa Krebsdiagnosen die Patienten in einen Schockzustand. Aber auch der Befund für eine Schwangere, dass etwas mit ihrem Kind nicht in Ordnung ist, ist für die Psyche eine starke Belastung", weiß Psychotherapeutin Iris Trawäger und ergänzt: "Der Verstand realisiert oft viel schneller, was da gerade passiert. Die Gefühle jedoch hinken hinterher. Hier ist eine Bezugsperson nötig, die bei der Sortierung dieser Gefühle hilft."

Zehn Psychotherapeuten in Tirol

Und diese Bezugsperson sollte über den gesamten Aufenthalt dieselbe sein. "Das Ärztepersonal wechselt - im Vergleich zum Psychotherapeuten - ständig. Daher kann nur schwer eine Bindung zum Patienten aufgebaut werden", sagt Verena Berger-Kolb, Vorsitzende des Tiroler Landesverbandes für Psychotherapie. Die Notwendigkeit eines ausgebildeten Psychotherapeuten innerhalb eines Spitals liegt somit klar auf der Hand, "doch leider gibt es in der Praxis viel zu wenige von uns, die von Station zu Station gehen. Derzeit haben wir tirolweit zehn Psychotherapeuten, wobei nicht jeder vollbeschäftigt ist", schildert Psychotherapeutin Barbara Haid. Es gebe sogar Stationen, auf denen nicht ständig ein Therapeut anwesend ist - wie etwa an der Uniklinik Innsbruck auf der Chirurgie oder der Inneren Medizin.

Forderung nach mehr Stellen

"Daher fordern wir dringend einen Ausbau der Stellen für Psychotherapeuten. Die Fachkräfte dürfen nicht mehr sporadisch eingesetzt werden, sondern auf jeder Station sollte zukünftig mindestens ein Psychotherapeut im Behandlungsteam fix dabei sein", teilt Haid mit. Rund 100.000 Euro müssten hierfür investiert werden.

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