Do, 13. Dezember 2018

Flüchtlinge zogen ab

09.08.2016 09:25

Regensburg: Polizei beendet Pfarrheim-Besetzung

Seit Anfang Juli hat in Deutschland eine Gruppe von Flüchtlingen aus Albanien und dem Kosovo im Pfarrheim des Regensburger Doms für ein Bleiberecht und gegen die Einstufung der Balkanstaaten als sichere Herkunftsländer demonstriert. 35 Tage lang versorgte das Bistum die Asylwerber - doch jetzt wurde es der Kirche zu bunt, sie erstatte Anzeige wegen Hausfriedensbruch und rief die Polizei, die die Besetzung beendete.

Als die Exekutive, die den Pfarrhof bereits umstellt hatte, die Flüchtlinge am Montagabend dazu drängte, das Pfarrheim St. Emmeram zu verlassen, gingen die zuletzt 16 Asylwerber schließlich freiwillig. Das Bistum Regensburg zeigte sich in einer Aussendung erleichtert, dass die Besetzung ohne polizeiliche Zwangsmaßnahmen zu Ende gegangen ist. Die Flüchtlinge seien nun auf dem Weg zu den Behörden, die das Weitere klären würden, hieß es.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, hatten Anfang Juli rund 50 Menschen zunächst den Regensburger Dom besetzt. Als nach einigen Tagen die hygienischen Zustände in Ermangelung von Duschen nicht mehr zumutbar waren, zog die Gruppe schließlich in das Pfarrheim um, wo sie Essen, Schlafgelegenheiten und medizinische Hilfe erhielten.

Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch
Nachdem Verhandlungen über einen freiwilligen Auszug der Asylwerber gescheitert waren, stellte das Bistum am vergangenen Freitag schließlich Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und stoppte zudem die Versorgung der 16 Flüchtlinge mit Essen.

Generalvikar Michael Fuchs vom Bistum Regensburg wehrte sich gegen Kritik des Bayerischen Flüchtlingsrats, der argumentiert, die Versorgung mit Lebensmitteln sei ein humanitäres, menschenrechtliches und christliches Gebot: Es dürfe nicht Schule machen, durch gewaltsames Eindringen in kirchliche Räume staatliche Regelungen umgehen zu wollen oder Kirchen als Protestbühne zu missbrauchen, so Fuchs.

"Uns war von Anfang an wichtig, dass Menschen, die in Not zu uns kommen und um Hilfe bitten, nicht im Stich gelassen werden. Das wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten so beibehalten, auch wenn die letzten Wochen uns dabei deutlich Grenzen vor Augen geführt haben", hieß es in einer Mitteilung des Bistums.

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