Do, 18. Oktober 2018

Kopfschuss

18.07.2016 17:04

Istanbul: Attentat auf Vize-Bürgermeister

Auch drei Tage nach dem gescheiterten Militärputsch kommt die Türkei nicht zur Ruhe. Nach einem Bericht des Senders NTV Türk ist am Montagsnachmittag der Vize-Bürgermeister des Istanbuler Bezirks Sisli bei einem Attentat schwer verletzt worden. Unbekannte seien in das Büro von Cemil Candas eingedrungen und hätten dem Politiker der oppositionellen CHP-Partei in den Kopf geschossen. Zunächst war unklar, ob die Tat in Zusammenhang steht mit dem Putschversuch am Wochenende.

Sisli ist ein wohlhabender Stadtteil in Istanbuls Stadtmitte und gilt als eine Hochburg der oppositionellen kemalistischen Oppositionspartei CHP. Viele Jahre war der ehemalige CHP-Politiker Mustafa Sarigül Bürgermeister von Sisli. Er ist ein deklarierter Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan, der seine politische Karriere als Oberbürgermeister von Istanbul begann.

Suche nach Rebellen geht weiter
Unterdessen suchen türkische Sicherheitskräfte weiter nach den Verschwörern des geschieterten Militärputsches. Bisher wurden fast 13.000 Staatsbedienstete, darunter 8000 Polizisten, entlassen. Dies meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf das türkische Innenministerium. Zudem befinden sich rund 7500 verdächtige Personen in Haft, darunter etwas mehr als 6000 Soldaten.

Urlaubssperre für alle türkischen Staatsbediensteten
Montagnachmittag hat die türkische Regierung bis auf Weiteres eine Urlaubssperre für alle Staatsbediensteten verhängt. Beamte, die gerade im Urlaub weilen, müssten "so schnell wie möglich" an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, hieß es in der von Ministerpräsident Binali Yildirim veröffentlichten Erklärung. Die Entscheidung betrifft mehr als drei Millionen Menschen.

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