Flugzeugabsturz

Tote bei Absturz von NATO-Maschine

Ausland
02.09.2006 20:07
Bei einem Flugzeugabsturz in Afghanistan sind am Samstag 14 britische Soldaten ums Leben gekommen. Bei den meisten Todesopfern handle es sich um Angehörige der Luftwaffe, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Maschine sei während eines NATO-Einsatzes im Süden des Landes plötzlich vom Radar verschwunden und auf offenes Gelände gestürzt, sagte ein Sprecher der Schutztruppe ISAF.

Anzeichen auf einen gegnerischen Beschuss habe es nicht gegeben, sagte der ISAF-Sprecher, Major Scott Lundy. Bei den Toten handle es sich um Angehörige der Royal Air Force, sowie einen Soldaten der Marine und einen des Heeres. Ein Mann, der sich als Sprecher der Taliban ausgab, sagte allerdings, das Flugzeug sei von den Rebellen mit einer Stinger-Rakete abgeschossen worden. Die Absturzstelle liegt etwa 20 Kilometer westlich der Stadt Kandahar.

Der Absturz überschattete den Beginn der bisher größten Offensive der NATO-geführten ISAF in Südafghanistan. Im Distrikt Pandschwayi hatten am Samstag hunderte Soldaten der ISAF und der afghanischen Armee einen Großeinsatz gegen die Taliban-Miliz gestartet, die in der Gegend besonders aktiv ist.

Verteidigungsminister "schockiert"
Der Absturz der Militärmaschine war der bisher verlustreichste Vorfall für die britischen Streitkräfte seit Beginn ihres Afghanistan-Einsatzes Ende 2001. Insgesamt starben seither 36 britische Soldaten. Verteidigungsminister Des Brown zeigte sich in London "schockiert" über die Nachricht. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass es sich "um einen schrecklichen Unfall und nicht um das Ergebnis eines feindlichen Einsatzes" handle. Die genauen Ursachen würden untersucht.

Vermehrt Gefechte mit Taliban
Trotz der gut 40.000 ausländischen Soldaten in Afghanistan haben die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Aktivität deutlich verstärkt. Derzeit kommt es zu den schwersten Kämpfen seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban 2001, hauptsächlich im Süden und Osten des Landes. Rund 2.000 Menschen wurden allein in diesem Jahr bereits getötet, die meisten von ihnen Rebellen, aber auch Zivilisten, Helfer und afghanische Soldaten. Auch mehr als 90 ausländische Soldaten starben bei Kämpfen und Gefechten.

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