Bombenattentate

Sechs Anklagen wegen Kofferbomben

Ausland
02.09.2006 18:51
Der libanesische Generalstaatsanwalt hat am Samstag fünf libanesische und einen syrischen Staatsbürger im Zusammenhang mit den missglückten Kofferbombenanschlägen in deutschen Zügen angeklagt. In der Anklage wird den Beschuldigten vorgeworfen, "Massenmord" organisiert zu haben. Vier der Angeklagten befinden sich in libanesischer Haft, zwei weitere sind in Deutschland inhaftiert.

Die sechs Personen sollen für die beiden Bombenattentate auf Regionalzüge nach Dortmund und Koblenz vor fünf Wochen verantwortlich sein. Die Bomben detonierten nur wegen eines technischen Fehlers nicht. Die in Deutschland gefassten jungen Männer syrischer und libanesischer Nationalität sind die Hauptverdächtigen der geplanten Anschläge.

Die vier im Libanon Inhaftierten sollen nach Angaben aus libanesischen Justizkreisen am kommenden Montag verhört werden. Im Falle einer Verurteilung droht den Männern lebenslange Haft und Arbeitslager.

Bomben sollten während Fußball-WM explodieren
Einem Zeitungsbericht zufolge sollten die Anschläge eigentlich während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland stattfinden. Die Festgenommenen hätten bei ihrer Vernehmung jedoch geäußert, ihnen seien Bedenken über die Auswirkungen und Risiken des Vorhabens während der WM gekommen.

Libanon verweigert Auslieferung
Unterdessen nahm der Chef des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, Gespräche mit den libanesischen Behörden auf. Der BND-Chef traf sich laut Sicherheitskreisen in Beirut am Samstag mit Generalstaatsanwalt Said Mirza. Dabei sei es auch um die Frage der Auslieferung von drei der Inhaftierten gegangen. Laut "Focus online" will der Libanon die Verdächtigen nicht ausliefern.

Das Foto zeigt den zweiten mutmaßlichen "Kofferbomber" 
bei dessen Verhaftung in Deutschland.

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