2 Monate bedingt

Milde für falschen Akademiker

Oberösterreich
28.08.2006 18:37
Vom Maturazeugnis bis zum doppelten Studienabschluss - alles erschummelt und erlogen: Doch bereits zum zweiten Mal konnte sich ein Linzer damit einen Job erschwindeln. Und zum zweiten Mal kam der angebliche Doktor der Technik und Diplomingenieur der technischen Chemie mit einer milden und nur bedingten Strafe davon.

Zum Prozess in Ried erschien der falsche Akademiker, der zwar die achte Klasse eines Gymnasiums besucht hatte, aber keinen Maturaabschluss besitzt, ohne Verteidiger. Gerichtserfahrung hat er ja: War er doch bereits in Linz zu sechs Monaten bedingt verurteilt worden, weil er sich einen Job erschlichen hatte.

Unbeeindruckt davon hat er sich als Projektmanager bei KTM in Mattighofen anwerben lassen und sich als Absolvent der Unis in Linz und Salzburg ausgegeben.

Wieder ohne dramatische Folgen: Der 36-Jährige wurde wegen Urkundenfälschung zu zwei Monaten bedingt (nicht rechtskräftig) verurteilt. „Er hat die gleiche Leistung erbracht wie ein Akademiker“, so der Richter. KTM sieht das anders, muss aber 14.000 Euro, die man ihm mehr bezahlt hat als einem Nicht-Akademiker am Zivilrechtsweg einklagen.

 

 

 

Foto: Andi Schiel

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