Marathon-OP

Linzer Chirurgen retteten Buben-Finger

Wegen einer Sekunde Unaufmerksamkeit schnitt sich der zwölfjährige Burak C. aus Reichenthal im Bezirk Urfahr-Umgebung mit einer Säge vier Finger der linken Hand ab. Im Linzer Unfallspital kämpften ein Mikrochirurg und sein Team dann neun Stunden darum, möglichst viele Finger zu replantieren. Mit Erfolg: Zwei Glieder konnten völlig, eines zur Hälfte gerettet werden. Der Chirurg ist optimistisch, dass die Finger beweglich werden.

„Der Bub hat die Narkose gut überstanden, mein Team hat tolle Leistung gebracht“, lobt Dr. Wolfgang Huber seine Leute. Der Operateur konnte den Ringfinger und den kleinen Finger völlig replantieren, den Zeigefinger zur Hälfte retten. Nur den Mittelfinger, der durch das Kreissägenblatt am schwersten zerstört worden war, konnte der Mikrochirurg in der Marathonoperation von 14 Uhr bis 23 Uhr nicht mehr annähen. Die Glieder waren völlig abgetrennt gewesen, von Rot-Kreuz-Helfern aber perfekt gekühlt mit dem Patienten via Rettungshelikopter „C 10“ ins Unfallkrankenhaus geschickt worden. „Komplikationen können in den kommenden Tagen nicht ganz ausgeschlossen werden, aber es sieht gut aus, dass der Bub seine verbleibenden Finger gut verwenden kann“, ist Dr. Huber vorsichtig optimistisch.

Erleichtert ist auch der Vater von Burak, dem der Bub beim Brennholzschneiden geholfen hatte und schwer geschockt den Unfall seines Sohnes mit ansehen musste.

 

 

 

Foto: Horst Einöder

Freitag, 26. Februar 2021
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