Verblüffend: Die Grundmauern des römischen Gebäudes sind nicht tiefer als jene des Landhauses oder der gegenüberliegenden Sparkassenzentrale. Grabungsleiter Wolfgang Klimesch vom Bundesdenkmalamt erklärt, warum: „Der heutige Landhauspark befand sich von der Römerzeit durchs Mittelalter hindurch bis zum Stadtbrand im Jahr 1800 immer außerhalb der Befestigungsanlagen.“ Deshalb blieb dieser Bereich immer unbebaut.
Die mehrwöchigen Grabungen förderten auch fünf Arkadenfundamente zutage, die in einem Abstand von je vier Metern aufgestellt waren: „Das ist sehr ungewöhnlich. Solche Funde machen wir normalerweise nur bei Villen. Offenbar stand einst an dieser Stelle ein Repräsentationsbau oder ein großes Wohngebäude mit Verkaufsständen“, weiß Klimesch.
300 Jahre lang war das dahinter liegende Areal eine „Mistg´stätt´n“ - das Team förderte Knochen, Keramik, Pfeile, Münzen und Gewandspangen zutage. Sensationsfunde wie bei dem Grabhügel in Berg im Attergau sind nicht zu erwarten. Da hoffen die Forscher auf Wels, wo eine römische Villa entdeckt wurde.
Foto: Tom Leitner
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