Horror-Urlaub

Kind in Flammenhölle: ¿Müssen wir sterben?¿

Oberösterreich
26.08.2006 22:15
„Müssen wir jetzt alle sterben?“, fragte der erst achtjährige Franz Xaver Hermann aus Linz seine Eltern, als sie im Griechenlandurlaub vom Flammenmeer umzingelt waren. Gemeinsam mit Tausenden anderen Feriengästen entkam die Familie. 156 geschockte Oberösterreicher landeten jetzt in Linz-Hörsching. „Wir sind froh, dass wir leben“, sagt Helga Weber (64) aus Steinerkirchen/Traun, die mit drei Töchtern und fünf Enkelkindern auf Chalkidike war.

„Wir waren beim Abendessen, als Funken bis auf den Tisch flogen“, erinnert sich Helga Weber. Einige ihrer fünf- bis 16-jährigen Enkelkinder liefen aufs Dach des Hotels und brachten die Horrormeldung: „Rundherum brennt es!“ Die Großmutter schnappte die fünf Enkelkinder und drei Töchter (22 bis 30 Jahre) und flüchtete zum Strand. „Unser einziger Gedanke war: ,einfach weg und zusammenbleiben!´ Es hat überall Panik gegeben.“

Pässe und Handy gesichert
Auch Michael Hermann (42) aus Linz rannte mit seiner Ehefrau Uta (40) und Sohn Franz Xaver (8) zum Strand. „Zuerst war nur weit weg Rauch zu sehen, und ich hab´ sicherheitshalber die Pässe und das Handy aus dem Zimmer geholt. Als ich wieder unten bei meiner Familie war, loderten die Flammen schon vor dem Hotel“, beschreibt der Linzer, wie rasant die Feuerwalze auf Tausende Urlauber zugerollt war. Am Strand peitschte der Wind die Flammen immer näher. „Wir sind ins Wasser, haben uns zweieinhalb Stunden an einem Seil festgehalten“, erinnert sich der Vater. Als die Feuerwalze vorüber war, wagten sich die Urlauber ans Land und zur Unterkunft zurück. Nachbarhotel und der Ort waren zerstört.

Martin Rumersdorfer (30) und Bianca Weisinger (23) aus Wels sahen von der gegenüberliegenden Seite der Bucht die Flammenhölle: „Aus drei Brandherden ist eine Feuerwalze geworden. Qualm hat teilweise den Himmel verdunkelt. Überall waren Rauch und Ruß“, so der Techniker.

Auch der Welser EU-Abgeordnete Paul Rübig war unter den Urlaubern. Er musste auch die Frau jenes Deutschen trösten, der bei einer Rettungsaktion ertrunken war: „Diese Bilder kriegt man wohl nie aus dem Kopf!“

 

 

Foto: Markus Wenzel

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