Sieben von insgesamt 14 männlichen, minderjährigen Flüchtlingen aus Afghanistan sind mittlerweile in ihrem neuen Zuhause in Zell am Ziller angekommen. Und siehe da, plötzlich kommen einige interessante Details ans Licht. Rund 30.000 Euro pro Monat bekommt der gemeinnützige Verein menschen.leben Steuergeld. Zudem gibt es für die "Zeller auf Zeit" unter anderem Freizeit- und Taschengeld sowie Bekleidungs- und Schulhilfe.
"Für jeden dieser Flüchtlinge erhalten wir von der öffentlichen Hand 70 Euro netto am Tag", erklärt Jörg Trobolowitsch, Pressesprecher von menschen.leben. Bei 14 Hilfesuchenden - die noch fehlenden sieben werden in den nächsten Tagen einziehen - ergibt das im Monat um die 30.000 Euro. "Dieses Geld verwenden wir für die Miete, die Betriebs- sowie die Personalkosten", ergänzt Trobolowitsch im "Krone"-Gespräch.
Verpflegungs-, Taschen- und Freizeitgeld
Zusätzlich erhält der Verein weitere finanzielle Unterstützungen, die direkt an jeden einzelnen minderjährigen Hilfesuchenden ausbezahlt werden. "So etwa 165 Euro pro Monat Verpflegungsgeld, 40 Euro pro Monat Taschengeld und 10 Euro pro Monat Freizeitgeld", schildert der Pressesprecher.
Rund 33.500 Euro pro Monat
Auch eine Bekleidungshilfe von 12,5 Euro pro Monat sowie Schulhilfe in der Höhe von 200 Euro pro Jahr stehen den Flüchtlingen zur Verfügung. "Die bisher eingezogenen Afghanen sind zwischen 14 und 16 Jahre alt. Das bedeutet, dass auch Schulpflichtige dabei sind", erklärt Trobolowitsch. Zudem werden jedem Flüchtling insgesamt 200 Deutsch-Einheiten finanziert. Ohne die Unterrichtsstunden macht das rund 33.500 Euro pro Monat bzw. über 400.000 Euro pro Jahr aus. Der Mietvertrag wurde für fünf Jahre unterzeichnet.
24-Stunden-Betreuung
Auch ein vorläufiges Betreuungskonzept wurde der Gemeinde bereits präsentiert. "Zwei Einrichtungsleiterinnen - davon ist eine für die Pädagogik und eine für die Administration zuständig, vier Betreuer am Tag, drei Betreuer in der Nacht, zwei Betreuer auf geringfügiger Basis sowie ein Zivildiener sind für die private Einrichtung vorgesehen. Die Betreuung erfolgt 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr", sagt Bürgermeister Robert Pramstrahler.
Gemeinnützige Arbeiten
Dabei sorgen die Betreuer für einen klaren Tagesablauf. Die Minderjährigen kochen und putzen selbst, auch ihre Lebensmitteleinkäufe tätigen sie selbst. Ab dem 16. Lebensjahr dürfen sie gemeinnützige Arbeiten erledigen. "Ich kann mir vorstellen, dass wir sie zum Beispiel bei der Rasenpflege einsetzen werden - vorausgesetzt, sie wollen das", teilt Pramstrahler mit.
"Fühle mich mit dem Verein sicher"
Vom Verein menschen.leben hält der Dorfchef viel. "Ich konnte mir nicht aussuchen, ob ich das Projekt in Zell haben wollte. Wir müssen das nun gemeinsam in den Griff bekommen. Mit der Hilfe des Vereins fühle ich mich jedenfalls sicher."
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