Di, 21. August 2018

Ostern in Rom

25.03.2016 23:04

Kreuzweg unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen italienischer Anti-Terror-Einheiten hat am Freitagabend in Rom der Kreuzweg am Kolosseum stattgefunden. Zu der stimmungsvollen Prozession, mit der an die Leidensstationen Jesu erinnert werden soll, hatten sich Zehntausende Gläubige vor dem antiken Amphitheater versammelt.

Papst Franziskus betete vor dem Kolosseum im Schein von unzähligen Kerzen und Fackeln. Er wohnte der Zeremonie in einem Pavillon auf einer erhöhten Terrasse gegenüber dem erleuchteten Monument bei. Von dort aus verfolgte er den Kreuzweg. Kardinalvikar Agostino Vallini, der Stellvertreter des Papstes in der Diözese Rom, trug zu Beginn der Zeremonie das schlichte schwarze Holzkreuz.

Die Texte für die 14 Kreuzweg-Meditationen stammten aus der Feder des italienischen Kardinals Gualtiero Bassetti, des Erzbischofs von Perugia. Christen aus fast allen Kontinenten trugen bei der Feier das symbolische Holzkreuz. Außerdem wurden dazu Vertreter einer italienischen Pilger-Hilfsorganisation, einer Bildungseinrichtung für arbeitslose Jugendliche und Franziskaner aus Israel ausgewählt.

Auch Belgiens Ex-König beim Kreuzweg
An dem Kreuzweg beteiligten sich auch Belgiens Ex-König Albert II. und seine Frau Paola. Die beiden begrüßten den Papst, den sie bereits zur Eröffnung des Heiligen Jahres am 8. Dezember getroffen hatten. Sie reisten drei Tage nach den Anschlägen in Brüssel in die Ewige Stadt.

Zum Abschluss des Kreuzweges verurteilte Franziskus Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche scharf. Priester, die sich an Kindern vergingen, raubten "Unschuldigen ihre Würde". Zugleich kritisierte Franziskus die "Unentschlossenheit und Gefühllosigkeit Europas" angesichts der Flüchtlingskrise. Dadurch seien das Mittelmeer und die Ägäis zu immer voller werdenden "Friedhöfen" geworden. In seinem Gebet verurteilte der Papst dabei auch die Schließung der Grenzen angesichts des Flüchtlingsandrangs.

Mit Gottesdienst des Leidens Jesu gedacht
Zuvor hatte Papst Franziskus mit einem Gottesdienst im Petersdom des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Nach Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Fürbitten stand die Verehrung des Kreuzes im Zentrum der Feier. Zu Beginn der Kreuzanbetung warf sich Franziskus, wie es die Karfreitagsliturgie vorschreibt, zu Füßen des Altars nieder. Hier verweilte er einige Minuten lang betend.

Die Predigt hielt der Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa. Zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten nahmen an der Zeremonie teil. Im Gedenken an den Tod Jesu feiert die katholische Kirche am Karfreitag und Karsamstag keine Messe.

Weitere Höhepunkte am Osterwochenende
Der Kreuzweg ist die längste der Osterliturgien und dauert beinahe drei Stunden. Er gilt als stimmungsvollste Liturgie der Karwoche. Weitere Höhepunkte der Kar- und Ostertage im Vatikan sind am Sonntagvormittag die Ostermesse des Papstes auf dem Petersplatz und um die Mittagszeit der feierliche Segen "Urbi et orbi".

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