24.07.2006 14:13 |

Unglaubliche Panne

Zehntausende New Yorker noch immer ohne Strom

Zehntausende New Yorker müssen seit über einer Woche ohne Strom auskommen. Das Ausmaß der Schäden im unterirdischen Leitungsnetz des Energieunternehmens Con Edison ist größer als zunächst angenommen. Bürgermeister Bloomberg rechnet damit, dass die Stromversorgung im Stadtteil Queens erst in den kommenden Tagen wieder voll hergestellt sein wird.

Abgeordnete aus Queens riefen Gouverneur George Pataki dazu auf, den Stadtteil zum Notstandsgebiet zu erklären und damit den Weg für Bundeshilfen freizumachen. In einer wohlhabenderen Gegend wäre dies längst passiert, kritisierte der aus New York stammende Kongressabgeordnete Joe Crowley am Sonntag.

Beispielloses Versagen des Leitungsnetzes
Der Chef von Con Edison, Kevin Burke, äußerte sich am Samstag erstmals öffentlich zu dem Energieausfall und entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden für die Unannehmlichkeiten. Er sprach von einem beispiellosen Versagen des Leitungsnetzes. "Es handelt sich wirklich um ein sehr außergewöhnliches Ereignis, etwas, was ich noch nie zuvor erlebt habe", sagte Burke. "Ich weiß bis jetzt immer noch nicht, was geschehen ist."

Das Energieunternehmen wurde von der Öffentlichkeit scharf kritisiert, weil es erst so spät über das tatsächliche Ausmaß der Panne informiert hatte. Con Edison hatte zunächst von weniger als 2.500 betroffenen Kunden im Viertel Queens gesprochen, diese Zahl jedoch später auf 26.000 korrigiert. Bürgermeister Bloomberg erklärte, vermutlich seien bis zu 100.000 Menschen betroffen. Bloomberg sagte, die Stadt hätte sich intensiver eingeschaltet, wäre ihr die Zahl der Betroffenen bekannt gewesen. Am Wochenende waren noch etwa 20.000 Kunden und insgesamt etwa 80.000 Menschen ohne Strom.

Symbolbild