¿Fatinitza¿ in Ischl

Unterhaltung allererster Klasse

Oberösterreich
16.07.2006 19:48
„Fatinitza“, eine komische Oper von Franz von Suppé, präsentierte das Bad Ischler Lehar-Festival als zweite Neuproduktion im TheaterHaus. Wie sich herausstellte, ein wahrhaft genialer Griff in die Operetten-Schatulle, der bei der Premiere am Samstag vom Publikum mit großem Beifall bestätigt wurde.

„Fatinitza“ ist ein von den Librettisten mit untrüglichem Theaterinstinkt gestarteter Versuch, eine Art burleske Geschichtsphilosophie zu inszenieren. Anhand des Krim-Krieges zwischen Russland und der Türkei Mitte des 19. Jahrhunderts werden Machtstrukturen der osteuropäischen Politik, in den russischen Militärlagern und den osmanischen Haremsgemächern ordentlich auf die Schaufel genommen. Dazu kommt die namentlich in den Vokalensembles geniale Musik Suppés: Das ergibt einen überraschenden Unterhaltungswert allererster Klasse!

Leonard C. Prinsloo ist für die Regie, die Choreografie und die Dialogfassung zuständig. Er taktiert auf der von Friedrich Despalmes stimmungsträchtig eingerichteten Bühne effektvoll mit Musical-Elementen und erreicht in den tänzerisch exakt durchgestalteten Chorszenen optimale Ergebnisse. Dazu kommen die augenfreundlichen Kostüme von Monika Biegler.

Mit Zora Antonic (Lydia), Stephanie Houtzeel (Wladimir), Christian Bauer (Goltz), Bernhard Adler (Pascha), Steven Scheschareg (General) und den in fünf Rollen auftretenden Gerhard Balluch sind die Hauptpartien exquisit besetzt. Ein Sonderlob dem Chor (Thomas Huber) und dem Franz Lehar-Orchester unter Vinzenz Praxmarer.

Weitere Aufführungen am 21. und 29. Juli sowie am 5. und 11. August

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