Sparen half nichts

Trinkwasser in vielen Gemeinden weiter knapp

Oberösterreich
19.10.2026 08:00

„Gefahr im Verzug“ sieht der Ortschef der Gemeinde Hofkirchen im Mühlkreis bei der Versorgung mit Trinkwasser. Trotz Aufrufe zum sorgsamen Umgang mit dem kühlen Nass, sei der Wasserverbrauch wieder gestiegen. Die Mühlviertler Kommune ist nicht die Einzige, wo das Wasser knapp ist.

„Wasser sparen – Gefahr im Verzug!“, ist auf der Homepage der Gemeinde Hofkirchen im Mühlkreis seit einer Woche zu lesen. Bereits mehrmals hatte die Kommune zum sorgsamen Umgang aufgerufen, doch: „Die bisherigen Aufrufe zum Sparen von Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung haben leider nicht gefruchtet.

Wasserverbrauch zu hoch
Der Verbrauch steigt seit einiger Zeit wieder und der Zulauf zu den Quellen lässt nach“, so die Verantwortlichen. Warum wieder mehr Wasser gebraucht wird, kann sich auch Bürgermeister Martin Mairhofer (ÖVP) nicht erklären. Um dem Wassermangel entgegenzuwirken, werden derzeit die bestehenden Quellen saniert. „Seit etwa einer Woche bekommen wir täglich mit Tankwagen rund 30 Kubikmeter Wasser auf St. Aegidi, um die durch die Bauarbeiten fehlende Menge zu kompensieren“, erklärt der Ortschef.

Im Attersee führte der niedrige Pegelstand zu Problemen bei der Schifffahrt.
Im Attersee führte der niedrige Pegelstand zu Problemen bei der Schifffahrt.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

Kein Einzelfall
Doch nicht nur in Hofkirchen ist das Wasser knapp. Im Bezirk Kirchdorf werden in einer Gemeinde 15 Personen von der Feuerwehr mit dem kühlen Nass versorgt, da der Brunnen der Wassergenossenschaft trocken gefallen ist. Im Bezirk Steyr-Land versorgt eine Wassergenossenschaft aktuell 40 Personen, deren Brunnen kein Wasser mehr führt.

Regen brachte wenig Entspannung
Wie aus dem Büro von Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) zu erfahren ist, weisen aktuell 95 Prozent der Grundwasser-Messstellen niedrige (45%) bzw. sehr niedrige (50%) Stände auf. Ähnlich schaut es bei den Oberflächengewässern aus, wo die Niederschläge der vergangenen Wochen nur wenig Entspannung gebracht haben.

2,1
GRAD ZU WARM
war der heurige September gegenüber dem langjährigen Mittel. Auch im restlichen Jahr fielen die Temperaturen deutlich zu hoch aus.

Attersee weiter gesunken
Der Traunsee führt Mittelwasser, die restlichen Seen im Land Niedrigwasser. Der Attersee ist sogar noch weiter gesunken und liegt derzeit in Kammer bei einem Pegelstand von 80 Zentimetern. „Im Grundwasser und bei den Seen sehen wir das Niederschlagsdefizit dieses außergewöhnlichen Jahres deutlich. Was wir brauchen, sind ergiebige Niederschläge“, so Kaineder.

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