Milliarden-Geschäft

Wer hinter Schärdinger, Almliesl und Co. steckt

Oberösterreich
18.10.2026 12:00

Welche Hersteller stecken hinter bekannten Marken wie Lattella, Gmundner Milch oder Schärdinger Käse, die unsere Supermarktregale zieren? Die „Krone“ gibt einen Überblick über die großen Molkereien des Landes – und über die kleineren. Die Branche befindet sich im Umbruch.

Hinter den Milchprodukten in den Supermarktregalen steckt ein Milliardengeschäft. Und das ist derzeit ordentlich in Bewegung: Die mit Abstand größte Molkerei (das sind die Hersteller von Käse, Joghurt und Co.) des Landes, die Berglandmilch mit Sitz in Wels, will mit der Obersteirischen Molkerei fusionieren. Nur die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde steht noch aus.

Damit würde die Berglandmilch ihre Vormachtstellung weiter ausbauen und einen Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro erreichen. Schon bisher ist die Molkerei aus Wels mit 1,3 Milliarden Euro Umsatz der unangefochtene Branchenkrösus. Zu ihr gehören bekannte Marken wie Schärdinger, Jogurella und Lattella. In Summe 1,3 Milliarden Kilo Milch verarbeitet die Berglandmilch pro Jahr.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

60 Millionen Investition in Gmunden
Mit Respektabstand dahinter folgt die Gmundner Molkerei mit den Hauptmarken Gmundner Milch und Almliesl. Und auch sie ist im Aufbruch: Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren in die Modernisierung des Standortes Gmunden 60 Millionen Euro investiert und kürzlich die Fertigungskapazität der Käserei mehr als verdoppelt.

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Der Markt in Österreich wird immer schwieriger. Wir schauen, dass wir im Export Fuß fassen.

Alexander Thöny, Geschäftsführer der Vöcklakäserei

„Versuchen uns von den Großen abzuheben“
Bleibt neben diesen beiden Platzhirschen überhaupt noch Raum für kleinere Molkereien? „Wir versuchen, dass wir uns mit Qualität und Regionalität von den Großen abheben“, sagt Alexander Thöny. Er ist Geschäftsführer der Vöcklakäserei aus Pöndorf – mit 28 Millionen Euro Umsatz eine von den drei kleineren Molkereien in Oberösterreich, siehe Grafik weiter oben.

In Österreich werden mehr Milchprodukte hergestellt als konsumiert, meint Thöny – das mache es schwierig. Die Vöcklakäserei will deshalb ihre Exporte ausbauen – „damit wir nicht fusionieren müssen. Wir sind eine Genossenschaft und wollen das beibehalten.“

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Wir machen das, was die Großen nicht bedienen können. Das Wichtigste ist die Spezialisierung.

Friedrich Mitterhumer, Geschäftsführer der Käserei Schlierbach

„Die Nischen sind groß genug“
Oberösterreichs umsatzmäßig kleinste Molkerei, die Käserei Schlierbach, exportiert jetzt bereits knapp 60 Prozent ihrer Erzeugnisse. „Deutschland ist der wichtigste Markt“, sagt Geschäftsführer Friedrich Mitterhumer. Sein Betrieb fertigt neben dem Schlierbacher Käse auch Eigenmarken für Handelsketten in unserem Nachbarland.

Auch Mitterhumer setzt auf Spezialisierung: „Wir machen das, was die Großen nicht bedienen können. Wir arbeiten daran, einen Platz in der Nische zu finden. Die Nischen sind groß genug.“

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