Bohrer gebastelt

Chemieunfall: Kniffliger Einsatz in Metallbetrieb

Österreich
12.02.2016 13:02

Ein Chemieunfall im niederösterreichischen Amstetten hat die Einsatzkräfte am Freitagvormittag auf Trab gehalten. Ein 60 Liter fassender Behälter mit Wasserstoffperoxid überhitzte und drohte zu platzen. Alle Hallen des Metallbetriebs wurden evakuiert, 50 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht.

Wasserstoffperoxid gilt in konzentrierter Form als sehr ätzend. Die Einsatzkräfte näherten sich dem Behälter daher nur mit speziellen Schutzanzügen. Um eine Detonation zu verhindern, wurde das Gefäß von außen gekühlt. Anschließend sollte behutsam ein Loch in den Behälter gebohrt werden.

Dazu mussten die Einsatzkräfte aber zu einem kreativen Mittel greifen: "Das Ganze wurde mit einem Spezialbohrer aus einem Meter Entfernung durchgeführt. Man hat extra einen Bohrer dafür gebastelt", so Philipp Gutlederer, der Sprecher der Feuerwehr.

(Bild: FF Amstetten)
(Bild: FF Amstetten)

Durch das Loch konnte die Flüssigkeit abgepumpt und so die Gefahr gebannt werden. Der Schadstoffberatungsdienst, die Feuerwehren Amstetten und Preinsbach sowie die Betriebsfeuerwehr und der Schadstoffzug Amstetten waren stundenlang im Einsatz.

(Bild: FF Amstetten)

Wie der betroffene Betrieb, die buntmetall amstetten Ges.m.b.H., bekannt gab, dürfte ein Verschluss des Behälters defekt gewesen sein. "Der originalverschlossene Kunststoffkanister, der sich an dem dafür behördlich genehmigten Lagerplatz befand, hatte begonnen, sich auszudehnen." Ein Mitarbeiter habe das "bei einer routinemäßigen Sichtkontrolle" bemerkt, teilte die Firma mit.

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