Räuber enlarvt?

Banker erkannte Perückenräuber

Oberösterreich
08.07.2006 18:01
Heiße Spur oder falsche Fährte? Nach insgesamt vier ungeklärten Banküberfällen im Großraum Linz zeichnet sich nun erstmals ein Muster ab. Denn jener Leondinger Filialleiter, der drei Tage vor dem Überfall auf die Keferfeld-Sparkasse vermutlich entführt werden sollte, erkannte nun einen der Täter auf einem Überwachungsbild.

Kein Wunder, dass der geschockte und verängstigte Sparkassen-Filialleiter beurlaubt und untergetaucht ist: Der 49-jährige Banker war in der Nacht zum Mittwoch plötzlich einem bewaffneten Mann gegenüber gestanden, der sich per Gegensprechanlage als Feuerwehrmann ausgegeben hatte. Der Leiter der Sparkasse in der Paschinger Plus City und der Filiale in Doppl-Hart schlug sofort die Tür zu und wählte den Polizeinotruf. Inzwischen flüchtete der korpulente Pistolero mit einem langhaarigen Komplizen im Auto eines glatzköpfigen Chauffeurs. 

28.300 Euro Beute
Drei Tage später überfiel ein Perückenräuber in Linz-Keferfeld die Sparkasse, erbeutete 28.300 Euro. Der Leondinger Banker hatte dort von 1986 bis 1995 gearbeitet. Seine Wohnung, die Sparkasse Keferfeld und die schon drei Mal überfallene Filiale am Bindermichl - alle drei Tatorte befinden sich im Westen von Linz! Nur nicht die VKB an der Rudigierstraße, zu der es aber eine andere Gemeinsamkeit gibt, die vielleicht die lang gesuchte heiße Fährte sein könnte. Denn auch dieses Geldinstitut war am 19. April von einem Perückenträger überfallen worden. Und genau diesen Täter erkannte der Banker auf den Überwachungsfoto als möglichen Entführer wieder!

Zu viele Zufälle? Die Ermittler sind skeptisch, warten auf photogrammetrische Erkenntnisse, ob die Gesichter der Perückenräuber ident sind. Erst wenn die Täter gefasst sind, wird alles geklärt.

 

 

Foto: SID

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