Der frühbarocke, noch im Originalzustand befindliche Altar ist nun das Schmuckstück des Langensteiner Heimathauses. Die Erben des Sammlers haben das Werk als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Das ungewöhnliche Fundstück hat eine interessante Geschichte. Denn der Altar stand einst in der Frankenberger Kirche, einem kleinen Gotteshaus auf einem 480 Meter hohen „Berg“, der sich zwischen St. Georgen an der Gusen und Langenstein erhebt. Auf dieser Anhöhe stand schon im 13. Jahrhundert eine Kirche. 1630 wurde sie zum Schauplatz eines Massakers: Katholische kaiserliche Truppen verbrannten in der Kirche 300 rebellierende protestantische Bauern.
70 Jahre später wurde das Gotteshaus von Jesuiten wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit dürfte auch der nun aufgefundene Altar stammen. Die Kirche wurde unter Kaiser Josef II. säkularisiert, also aufgelöst. Bauern dürften die Einrichtung übernommen haben. „Der Frankenberger Altar ist heimgekehrt“, freut sich Hermann Topolanek vom Heimatverein. Besichtigungen sind nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 0 72 37/45 09, 23 95 oder 40 66 möglich.
Foto: Chris Koller
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