20.01.2016 06:27 |

Nach Sex-Attacken

Dänemark: Bar-Eintritt nur bei Sprachkenntnissen

In Dänemark wird der Ton gegenüber Flüchtlingen und Asylwerbern immer rauer. Wie berichtet, soll es Behörden bald erlaubt sein, Bargeld oder Wertgegenstände in Beschlag zu nehmen. Nun haben mehrere Nachtclub- und Bar-Besitzer mitgeteilt, dass sie Flüchtlingen oder Asylwerbern nur noch dann Eintritt gewähren, wenn sie über ausreichende Sprachkenntnisse in Dänisch, Englisch oder Deutsch verfügen. Hintergrund dieser Maßnahme waren vermehrte Sex-Attacken auf Frauen.

"Wir haben die Regeln aufgestellt, damit sich unsere Gäste sicherer fühlen", sagte Tom Holden, Nachtklub-Besitzer in der dänischen Stadt Sonderborg, gegenüber dem Sender "TV2 Nyheter". In erster Linie will man ungebetene Gäste, mit denen man sich nicht verständigen könne, schon im Vorhinein von den Lokalitäten fernhalten. Konkret seien dabei Flüchtlinge oder Asylwerber angesprochen.

"Asylwerbern fällt es schwer, Frauen zu respektieren"
Vor eineinhalb Jahren wurden in Sonderborg Kasernen in Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge umgebaut. Negative Vorfälle ließen nicht lange auf sich warten, wie Glenn Hollender, ebenfalls Nachklub-Besitzer, gegenüber dem Sender "TC Syd" berichtete: "Wir mussten leider schon öfters feststellen, dass es den meisten Männern, die aus den örtlichen Asylheimen hierher zu uns kommen, ziemlich schwer fällt, Frauen zu respektieren. Aus meiner Sicht sind die Fälle, wenn einer oder mehrere Männer eine Frau selbst nach der Bitte, sie in Ruhe zu lassen, weiterhin belästigen, als sexuelle Belästigung einzustufen."

"Gast muss Forderungen zumindest verstehen"
Bereits im Herbst des Vorjahres hatten laut dem Sender drei Nachtklubs in Sonderborg aus Sicherheitsgründen Kenntnisse der dänischen, englischen oder deutschen Sprache von ihren Besuchern gefordert. Damit wolle man auch das "Niveau des Lokals" heben. "Wenn wir einen Gast bitten, eine Frau in Ruhe zu lassen, muss er diese Forderung zumindest verstehen können", so Hollender weiter. Laut TV2 Nyheter kam es in den vergangenen Wochen in Dänemark vermehrt zu sexuellen Übergriffen auf Frauen in Klubs oder Bars, die von "Gruppen fremder Männer" begangen worden sein sollen.

Amnesty-Kritik: "Diskriminierung von Ausländern"
Scharfe Kritik an der Maßnahme kommt von Amnesty Dänemark. Sie sprach von einer "Diskriminierung von Ausländern". Zudem würde die Sprachanforderung verhindern, dass sich Asylwerber im Land integrieren wollen.

Archiv-Video zur Asylkrise: "Glauben, sie können uns verarschen"

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