Do, 16. August 2018

V10 statt Plug-in

18.01.2016 15:06

VLF Force One: Fisker-Viper beißt mit 745-PS-V10

Als Designer hat er sich Ruhm erarbeitet, als Autobauer war Henrik Fisker eher weniger erfolgreich. Nun bringt er zusammen mit Automagnat Bob Lutz einen neuen Supersportwagen auf den Markt.

Die Fisker-Story geht weiter: Auf der Auto Show in Detroit haben die Protagonisten einer fast schon filmreifen Geschichte voller Aufs und Abs rund um den Elektro-Pionier Fisker ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Mit dem Force One präsentiert das neue Unternehmen VLF einen Supersportwagen mit 745 PS starkem Zehnzylinder.

Doch blicken wir kurz auf die Geschichte: Bevor der Däne Henrik Fisker mit einem eigenen Auto für Schlagzeilen sorgte, hatte er sich als Designer verdient gemacht und legendäre Sportwagen wie den BMW Z8 oder die Aston-Martin-Boliden DB9 Coupé und V8 Vantage geschaffen. 2007 nahm er einen Tesla-Auftrag an, das Design für einen Plug-in-Hybriden zu entwickeln, doch schon ein Jahr später verklagte ihn der Elektro-Pionier aus Kalifornien wegen angeblicher Industriespionage; ein Verfahren, das zu Gunsten Fiskers ausging. Noch im selben Jahr stellte Henrik Fisker in Detroit allerdings einen eigenen und auch unter seinem Namen vertriebenen viertürigen Hybrid-Sportwagen vor, den Fisker Karma.

Erst im März 2011 wurde mit reichlich Verzögerung der erste Karma ausgeliefert, an niemand geringeren übrigens als Leonardo DiCaprio. Doch schon wenige Monate später geriet die neue Automarke in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die schließlich zu einer Zwangsversteigerung durch die US-Behörden führten, da Fisker rund 180 Millionen Dollar eines Regierungskredites nicht zurückzahlen konnte. Den Zuschlag, und jetzt wird es spannend, erhielt der chinesische Autozulieferer Wanxiang, der wiederum mit VL Automotive, kooperierte; einem vom Industriellen Gilbert Villarreal und dem Automagnaten Bob Lutz gegründeten Unternehmen. Lutz ist kein Unbekannter, war er doch lange bei GM, BMW, Ford und Chrysler in hohen Positionen tätig. Und er galt als großer Kritiker der Fisker-Hybrid-Modelle.

Erstes Erfolgsrezept: V8-Benziner statt Plug-in-Hybrid
So kam es, dass Lutz als erstes den Elektroantrieb aus dem Karma warf und stattdessen einen 6,2-Liter-V8-Benziner von General Motors einpflanzte und den Wagen als Prototyp unter dem neuen Namen Destino 2013 auf der Auto Show in Detroit vorstellte; ein Jahr später folgte die Serienversion, erste Fahrzeuge werden aber jetzt erst ausgeliefert. Gleichzeitig tritt die Firma VL nun wieder auf der Messe in Detroit auf, mit einem zusätzlichen F im Firmennamen, das, Sie ahnen es, für keinen geringeren als Henri Fisker steht. VL hat Fisker kurz vor der Show zurück ins Boot geholt, und mit ihm gleich eine Premiere angekündigt: den VLF Force One.

Noch vor seiner offiziellen Enthüllung war der Force One Gegenstand eines Rechtsstreites, sah Aston Martin doch eine zu große Ähnlichkeit zu ihrem James-Bond-Dienstwagen DB10, doch konnten die Briten den Auftritt nicht verhindern. Zum Glück: Denn mit dem Force One hat VLF einen der heißesten Boliden der Show im Portfolio, wenngleich dessen Gene schon auf den ersten Blick zu erahnen sind. Unter dem extrem sportlichen Blechkleid mit stark zerklüfteter Front steckt nämlich eine Dodge-Viper-Karosserie, die wiederum vom amerikanischen Sportwagen-Händler Ben Keating bezogen wird; dieser Umstand begrenzt auch die Stückzahl auf geplante 50 Einheiten, zumal das Ende der Viper schon besiegelt ist.

V10, 745 PS und atemberaubende Fahrleistungen
Wer einen der wenige Force One ergattert, darf sich glücklich schätzen: Neben dem atemberaubenden Aussehen in klassischer Sportwagenmanier – lange Haube, kräftiges Heck, 2,51 Meter Radstand, riesige 21-Zoll-Räder und weit nach hinten verschobene Fahrgastzelle – wartet der 4,55 Meter lange Zweitürer mit einem schier unglaublich großen Motor auf: Zehn Zylinder stellen zusammen 8,4 Liter Hubraum bereit, aus denen 745 PS und 923 Newtonmeter Drehmoment entspringen. Das reicht, um den trotz reichlich Carbon 1,6 Tonnen schweren VLF in knapp 3 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen und ihn über 350 km/h schnell zu machen. Verwaltet wird die Kraft von einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer Automatik mit ebenfalls sechs Stufen.

Dass der Force One nicht als spartanischer Super-Sportwagen auftreten will, zeigt ein Blick in das Innere: Alles ist mit edlem Leder ausgekleidet, die großen Sessel tragen sogar Wildleder-Applikationen, und in der Mittelkonsole ist zwischen Fahrer und Beifahrer ein Halter für zwei Champagner-Flaschen angebracht. Außerdem betont VLF den WLAN-Router im spektakulären Dachkanten-Spoiler, der steten Online-Zugang garantieren soll – der zugegebenermaßen heute aber auch schon in vielen Kleinwagen erhältlich ist. Und die sind deutlich günstiger: Kosten soll der nahe Detroit gefertigte Force One rund 268.500 US-Dollar, also umgerechnet rund 248.000 Euro.

Für 178.000 Dollar weniger gibt es die Viper, ebenfalls mit 8,4 Liter V10 SFI Motor. Der hat zugegebenermaßen nur 814 Newtonmeter Drehmoment und benötigt 3,5 Sekunden für 0-100. Aber auch die Viper hat eine lange Motorhaube, ein wuchtiges Heck, einen 2,51 Meter langen Radstand und 21 Zoll große Räder.

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