Do, 23. Mai 2019
14.01.2016 06:00

War ein IS-Kämpfer

Istanbul-Attentäter als Flüchtling in die Türkei

Der syrische Selbstmordattentäter von Istanbul ist seit Mittwoch identifiziert. Es handelt sich dabei um den 27-jährigen Nabil Fadli, der am 5. Jänner als Flüchtling in die Türkei eingereist ist. Damals aufgenommene Fingerabdrücke hätten nun bei der Identifizierung geholfen, bestätigte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Zudem sei es am Mittwoch zu vier weiteren Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag, bei dem zehn deutsche Touristen getötet wurden, gekommen.

Davutoglu sagte weiters, die Verbindung des Attentäters zur Terrormiliz Islamischer Staat sei erwiesen. Er äußerte aber den Verdacht, dass andere "Akteure" den IS als "Subunternehmer" für den Anschlag instrumentalisiert hätten. Wer das sein könnte, werde mit Hochdruck untersucht. Davutoglu warf dem syrischen Regime außerdem vor, "auf schmutzige Weise" mit dem IS zusammenzuarbeiten. Er setzte das aber nicht in direkten Bezug zu dem Anschlag von Istanbul.

Anschlag nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet
Bei dem Anschlag wurden zehn deutsche Touristen getötet. Sechs Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt, sagte der Regierungschef. Der Anschlag habe sich aber nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet. Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere sah daher am Mittwoch "keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen". Bundestagspräsident Norbert Lammert rief dazu auf, sich von dem "brutalen Selbstmordanschlag eines fanatischen Attentäters" nicht verunsichern zu lassen.

"Wir werden vor dem Terror nicht zurückweichen", sagte de Maiziere nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Ala in Istanbul, wo er Blumen am Tatort ablegte und verletzte Anschlagsopfer im Krankenhaus besuchte. "Wir stehen entschlossen an der Seite der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus." Beide Länder seien bedroht, daher sei eine gemeinsame Antwort nötig. "Deutschland und die Türkei rücken noch enger zusammen." Dazu wurde auch ein Ermittlerteam des Bundeskriminalamts nach Istanbul entsandt, es unterstützt die Ermittlungen vor Ort.

Binnen zwei Tagen 74 IS-Kämpfer gefasst
Laut der Nachrichtenagentur Anadolu wurden binnen zwei Tagen bis Mittwoch insgesamt 74 mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen. 16 von ihnen stünden im Verdacht, einen schweren Anschlag in Ankara geplant zu haben, meldete Anadolu. Am Mittwoch wurden im Badeort Antalya drei weitere mutmaßliche IS-Kämpfer gefasst. Alle drei seien Russen, hieß es. In Adana seien 17 mutmaßliche Dschihadisten gefasst worden, darunter drei weitere Russen sowie Tadschiken, Afghanen und ein schwedischer Staatsbürger.

Video: Blutiger Anschlag in Istanbul

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