Solide Shooter-Kost

Urban Chaos: Riot Response

Spiele
27.06.2006 16:27
Die Stadt ist in heller Aufruhr - kein Wunder, brennt sie doch lichterloh. Dafür verantwortlich sind Horden maskierter Banden, die so genannten "Burner", die Tod und Verderben über eine amerikanische Großstadt bringen. Nur Nick Mason, Anti-Terror-Spezialist, kann diesen Aufständen im Shooter "Urban Chaos: Riot Response" Einhalt bieten. Koste es, was es wolle...

Nick Mason ist Mitglied der Anti-Terror-Einheit "T-Zero", einer frisch gebackenen Elite-Truppe im Dienste des Bürgermeisters, die die Stadt von den gefährlichen "Burnern" zurückerobern soll. Wie das geschieht, ist den Behörden allerdings relativ egal. Aus diesem Grund kann Nick auf ein umfangreiches Waffenarsenal zurückgreifen. 

Zu seiner Standard-Ausrüstung gehören ein kugelsicheres Polizei-Schild, welches nicht nur optimale Deckung bietet, sondern auch gut zum Einschlagen von Schädeln geeignet ist (daran haftendes Blut und Einschuss-Löcher versperren aber auf Dauer die Sicht), eine Pistole, die sich auch hervorragend zum Öffnen von Schlössern eignet, sowie ein Stunner-Gun, mit dem die Banden-Anführer zwecks anschließender Vernehmung leicht elektrisiert, aber lebendig eingefangen werden können.

Alle Waffen können bequem per Knopfdruck gewechselt werden, hinzu kommt die Ausrüstung der Gegenseite. Die mag es weniger zivilisiert und greift neben Schrotflinten auch auf Hackebeile und Molotow-Cocktails zurück. Ein unruhiges Pflaster eben, diese Stadt. Aus diesem Grund ist Nick auch auf die Hilfe von Feuerwehrmännern und Sanitätern angewiesen - schließlich lodern an jeder Ecke meterhohe Flammen und verwundete Zivilisten säumen den Weg. Dieser Umstand verleiht "Urban Chaos" eine gewisse Taktik-Komponente.

Nick darf die ihm zur Seite gestellten Rettungskräfte nämlich befehligen. So können Feuerwehrmänner beispielsweise Türen einschlagen, Feuer löschen und Zivilisten bergen. Nick befiehlt seinem Begleiter beispielsweise ein Rolltor anzuheben, damit dieser darunter durch kriechen kann. Innen öffnet Nick das Tor, damit der Feuerwehrmann hinein kann, um eine weitere Tür einzuschlagen. Nick hingegen trägt dafür Sorge, dass keiner seiner Begleiter zu Schaden kommt. Häufig darf der Spieler daher neben den typischen "Finde und töte den Anführer"-Missionen auch Rettungskräfte eskortieren oder Zivilisten retten. 

Besonders haarig wird es immer dann, wenn sich einer der Zivilisten in der Gewalt der Terroristen befindet. Nick geht diesen Fall recht unbürokratisch an die Sache heran und nähert sich dem wild um sich schießenden Geiselnehmer mit seinem Schild. Ist das Magazin des Gegners leer, setzt Nick zu einem gezielten Kopfschuss an. Als Belohnung gibt es nicht nur eine nette Slow-Motion-Sequenz, in der wir unsere Trefferkunst noch einmal bewundern dürfen, sondern auch eine Gutschrift für den "Scharfschützen-Bonus".

Am Ende eines jeden Levels wird nämlich abgerechnet, wie viele Zwischenziele Mason erfolgreich abgeschlossen hat. Für Kopfschüsse, gesammeltes Beweismaterial oder das Durchstreifen eines Levels, ohne dabei zu sterben, gibt es Medaillen. Dafür gibt es dann wiederum Waffenupgrades oder einen Bonuslevel. In diesen muss Nick meist unter Zeitdruck eine bestimmte (optionale) Aufgabe erfüllen, zum Beispiel eine Person finden und sicher zum Ausgang eskortieren, um schließlich mit neuen Waffen belohnt zu werden.

Die elf, recht linear gestalteten Hauptlevel präsentieren sich für PS2-Verhältnisse äußerst gut. Bombenexplosionen, Flammen und die Physik-Engine können überzeugen, lediglich die ständig gleich aussehenden Gegner langweilen auf Dauer. Hinzu kommen einige Clipping-Fehler. Sehr gut gelungen sind hingegen die Dialoge und Musik sowie die Zwischensequenzen, bei denen echte Schauspieler zum Einsatz kommen.

Fazit: "Urban Chaos: Riot Response" bietet solide und sehr abwechslungsreiche, mitunter recht brutale Shooter-Kost. Wie bei EAs "Black" setzt man auf viel bleihaltige Luft, durch die Taktik-Einlagen hat "Urban Chaos" jedoch mehr Spiel-Tiefe. Wer den Einzelspieler Modus in allen drei Schwierigkeitsgraden durchgespielt hat, der darf auch online - auf Seiten der "Burner" oder von "T-Zero" - gegeneinander spielen. Shooter-Freunde sollten also auf jeden Fall einen Blick auf "Urban Chaos" werfen.

Plattform: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Eidos
Krone.at-Wertung: 85%

von Sebastian Räuchle

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