Fr, 19. Oktober 2018

Mehrere Warnschüsse

14.12.2015 06:26

Russisches Kriegsschiff stoppt türkisches Boot

Mit Warnschüssen hat ein russisches Kriegsschiff am Sonntag ein türkisches Fischerboot in der Ägäis zum Abdrehen gezwungen. Der Zerstörer "Smetliwi" habe die Schüsse nach mehreren vergeblichen Warnsignalen abgefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow bestellte den türkischen Militärattaché ein. Nach den Angaben aus Moskau lag die "Smetliwi" 22 Kilometer vor der griechischen Insel Limnos vor Anker, als sich ein türkisches Fischerboot auf rund 1000 Meter näherte.

Antonow kritisierte "provokative Handlungen" der türkischen Besatzung und habe die Türkei vor "negativen Konsequenzen jeder unbedachten Aktion durch Ankara gegen das russische Militärkontingent" gewarnt. "Nur durch einen glücklichen Zufall konnte eine Tragödie verhindert werden", hieß es in der Ministeriumserklärung.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte während eines Besuchs in Rom, seine Regierung untersuche den Vorfall und werde sich offiziell dazu äußern, wenn sie die Darstellung der Besatzung des türkischen Schiffs gehört habe. "Wir sind nicht für Spannungen. Wir waren immer dafür, Spannungen durch Dialog statt durch Konflikt zu überwinden", sagte Cavusoglu nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan.

Kapitän: Russische Version "ist eine Lüge"
Der Kapitän des türkischen Fischerboots dementierte laut Dogan die russische Darstellung des Vorfalls. "Das ist eine Lüge", sagte Muzaffer Gecici demnach. "Wir sind innerhalb einer Meile an einem vor Anker liegenden Kriegsschiff vorbeigefahren. Wir wussten nicht einmal, dass es ein russisches Schiff ist, wir dachten, es ist ein NATO-Schiff", sagte der Kapitän laut Dogan. "Wir haben nicht bemerkt, dass auf uns gefeuert wurde."

Das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara ist wegen des Abschusses eines russischen Kampfjets durch türkisches Militär Ende November auf einem Tiefpunkt. Russland beschloss daraufhin eine Reihe von Sanktionen gegen die Türkei und warf der Regierung in Ankara unter anderem vor, im Bürgerkriegsland Syrien Ölgeschäfte mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zu machen.

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