16.06.2006 07:50 |

Düstere Prognose

2020 leben 1,4 Milliarden Menschen in Slums

Laut einem UNO-Bericht werden im Jahr 2020 rund 1,4 Milliarden Menschen in Slums leben. Diesem Trend kann nur mit gezielten Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verarmung von Stadtbewohnern entgegen gewirkt werden, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie des Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen (UNHABITAT).

Es müssten etwa solidere Häuser gebaut und die allgemeinen Lebensbedingungen verbessert werden, heißt es in dem alarmierenden Bericht weiter.

Eine Milliarde Menschen leben in Slums
Zurzeit leben weltweit rund eine Milliarde Menschen in Slums - fast alle in Entwicklungsländern. Dort liegen solche Wohngegenden in vielen Städten nicht mehr am Rande, sondern sind die dominierende Siedlungsform überhaupt. Damit handelt es sich auch nicht nur um vorübergehende Notbehausungen, wie viele Regierungen oft versuchen geltend zu machen.

Was sind Slums?
Slums werden in der Studie als Siedlungen mit schlechtem Baubestand, unzureichendem Wohnraum und schlechten sanitären Einrichtungen beschrieben. In vielen Gegenden Afrikas südlich der Sahara sowie Südostasiens wachsen solche Slums schneller als alle anderen Wohngebiete. Temporären Charakter haben höchstens die Slums in nordafrikanischen Ländern wie Ägypten oder Tunesien.

Gleich viele Menschen wohnen in Stadt und Land
Die Entwicklung sei umso bedeutender, als im kommenden Jahr erstmals genau so viele Menschen weltweit in Städten leben würden wie in ländlichen Gebieten, heißt es weiter. Wenn keine Wende eintritt, soll bis 2030 mit einem Anwachsen der Stadtbevölkerung auf fünf Milliarden Menschen zu rechnen sein - bei einer prognostizierten Weltbevölkerung von 8,1 Milliarden.