09.06.2006 16:18 |

Gewalt an Schulen

Schuldirektor brutal niedergeschlagen

In Berlin ist erneut ein Lehrer von Jugendlichen angegriffen und verletzt worden. Der Leiter einer Grundschule in Berlin-Neukölln wurde von einem 15-Jährigen und einem 17-Jährigen brutal niedergeschlagen, wie die Polizei mitteilte. Erst am Montag vor einer Woche hatte ein zwölfjähriger Schüler eine 62 Jahre alte Lehrerin durch einen Faustschlag ins Gesicht schwer verletzt. Der Vorfall hatte in Berlin eine heftige Debatte über den Umgang mit Jugendgewalt und über eine Herabsetzung des Strafmündigkeits-Alters ausgelöst.

Der 53-jährige Schulleiter hatte sich nach einem Elternabend noch in dem Gebäude aufgehalten. Er bemerkte eine Gruppe von sechs Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren, darunter ein Mädchen, die vor der Schule lärmten. "Weil wenige Tage zuvor einige Scheiben eingeworfen worden waren, ging ich hinunter und forderte die Jugendlichen auf, sich zu entfernen", sagte der Direktor.

Daraufhin stieß der 15-Jährige üble Beschimpfungen gegen den Direktor aus. Als dieser dem Jugendlichen folgte, um ihn zur Rede zu stellen, trat ihm ein 17-Jähriger mit Anlauf in den Rücken, so dass er hinstürzte. Der 15-Jährige trat dann weiter auf den am Boden Liegenden ein. Der 53-Jährige trug Hautabschürfungen und Prellungen davon.

Die beiden Täter flüchteten, Polizisten nahmen sie aber in der Nähe des Tatortes fest. Von den anderen Jugendlichen wurden die Personalien aufgenommen. Die Festgenommenen wurden nach der Vernehmung auf der Polizeiwache den Eltern übergeben. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Einige der Jugendlichen waren nach Angaben des Direktors offenbar alkoholisiert. Zwei von ihnen gingen früher auf die Schule; sie waren aber nicht unmittelbar an der Tat beteiligt. Alle wohnen offenbar in der Umgebung.